Die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder kann man wohl langsam wirklich als wissenschaftliche Einrichtung abschreiben. Da gab es in der Vergangenheit ja schon einiges an Seltsamkeiten. Jetzt kann man da aber mit Esoterik-Schwurbeleien einen Master-Abschluss bekommen.

Esoterischer Unfug, den ein Professor, der halbwegs bei Sinnen ist, allenfalls mit einer Gnaden-Vier bewerten würde? Keineswegs – meint jedenfalls das Institut für transkulturelle Gesundheitswissenschaften, an dem die Arbeit entstanden ist, und lobt sie in einem Newsletter als hervorragend.

So berichtet der ‘Spiegel‘. Es geht in der fraglichen Masterarbeit um Kontakt zu Außerirdischen und Verstorbenen sowie das Hellsehen und wie sie durch den Kozyrev-Spiegel unterstützt werden. ‘Esowatch‘ hat da eine recht gute Übersicht – auch darüber, wie allergisch die Unterstützer dieses Unsinns auf die Kritiken reagieren. Die GWUP verleiht der Uni gleich mal den Beinamen “Hogwarts an der Oder”…sehr treffend.

 

Eines der Lieblings-Hobbys von Kosmonauten und Astronauten scheint das Fotografieren zu sein. Und wer kann es ihnen verdenken – immerhin bieten sich ihnen recht einzigartige Motive. Die russische Raumfahrtagentur Roskosmos bietet mal einen Einblick in die Fotosammlung der letzten ISS-Besatzung. Es gibt unter anderem Bilder von nächtlichen Städten wie beispielsweise München:

Aber auch die ISS selbst und das Leben auf ihr sind dokumentiert. Darunter der kürzlich bereits gezeigte Anflug des europäischen Versorgers ATV und auch einige seltener gezeigte Perspektiven auf die Raumstation selbst, wie hier eine der angedockten Sojus-Kapseln:

 

Ende letzter Woche ist das europäische Versorgungsschiff ATV an der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Dabei entstand aus der ISS heraus dieses Bild, das Hollywood nicht besser hinbekommen hätte:

(Bild: NASA)

 

Die New Yorker Schulbehörde kümmert sich darum, dass Kinder möglichst gut in Watte gepackt werden. Keinesfalls sollen sie mit irgendetwas konfrontiert werden, was nicht in ein flauschiges Weltbild passt oder gar ihrer Religion widerspricht. Entsprechend gibt es eine Liste, welche Themen Verlage von Arbeits- und Test-Unterlagen nicht thematisieren sollen.

So dürfen beispielsweise keine Aufgaben gestellt werden, in denen Dinosaurier vorkommen. Hier sieht man offenbar drohende Konflikte mit fundamentalistischen Christen. Entsprechend meidet man auch Feiertage mit religiösem Hintergrund – angefangen beim satanistisch angehauchten Helloween bis sogar hin zu Weihnachten. Sogar Geburtstage sollen ausgeklammert werden, weil diese von den Zeugen Jehovas nicht gefeiert werden.

Aber auch sonst will man den Kindern keine Konfrontation mit Problemen zumuten. Auf der Blacklist tauchen auch Computer im Haushalt und Swimming Pools im Garten auf – denn das könnte Kinder aus ärmeren Familien missmutig machen. Ansonsten kommen natürlich Themen wie Krankheiten, Behinderungen, Scheidungen, Kriminalität usw. vor. Eine komplette Liste gibt es bei der ‘New York Post‘.

Keine Ahnung, was hinter so etwas für ein Menschen- und Gesellschaftsbild steht. Allerdings dürfte es nicht gerade dazu beitragen, Heranwachsende zu starken, selbstbewussten Menschen zu machen, wenn man ihnen möglichst jeden Konflikt in der großen bösen Welt vorenthält.

 

Die Leute am European Southern Oberservatory (ESO) haben entdeckt, dass es auf der Erde Leben gibt. Klingt komisch, ist aber so. Diese Glanztat ist ihnen mit dem Very Large Telescope vom Paranal-Observatorium gelungen, das in Chile auf einem Anden-Hochplateau steht. Und wie es sich für richtige Science-Nerds gehört, haben sie nicht einfach die Tür aufgemacht und rausgesehen. Das wäre zu unsicher gewesen, schließlich sind sie da in der Wüste. Sie kamen stattdessen auf die Idee, einen kleinen Umweg über den Mond zu nehmen.

Klingt alles seltsam, hat aber wie so einiges, dass im Wissenschaftumfeld komisch wirkt, durchaus seinen Sinn. Es geht darum, nach Methoden zu suchen, mit denen sich auch auf Planeten, die in anderen Sonnensystemen liegen, darauf untersuchen lassen, ob es auf ihnen Leben gibt. “Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird zurück ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond. Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht”, erklärte Michael Sterzik von der ESO.

In dem schwachen Restlicht wird nach so genannten Biosignaturen gesucht. Denn komplexe organische Verbindungen hinterlassen im Licht ihre Fingerabdrücke. Und die will man auch im Licht von Exo-Planeten suchen, die von ihrem Stern angestrahlt werden. Und bei der Analyse des schwachen Restlichts, das erst auf die Erde, dann auf den Mond und dann ins Teleskop fällt, konnte man immerhin schon erkennen, dass es Ozeane gibt und wie dicht die Wolkendecke gerade ist. Insofern: Wenn ihr mitbekommt, dass Wissenschaftler irgendwas total seltsames tun, besser erstmal nachfragen, bevor man sie einweist. ;)

(Bild: ESO/L. Calçada)

 

Die Spitzenpolitik hat es heute erneut verbockt. Und ich bin einmal mehr enttäuscht. Dabei ging es gar nicht um das übliche Hickhack, bei dem man ohnehin nichts mehr erwartet. Sondern schlicht um eine ganz einfache Regelung, von der tausende Menschenleben abhängen: Die Frage, wer Organspender ist.

Bisher läuft die Sache so, dass man freiwillig Organspender werden kann. Das heißt: Wenn man stirbt, erteilt man über eine Einwilligungserklärung die Erlaubnis, dass noch brauchbare Nieren, Herzen oder anderes an Bedürftige weitergegeben werden. Dafür muss man aber bewusst selbst aktiv werden und sich einen Organspendeausweis ausdrucken und den dann möglichst in der Geldbörse aufbewahren.

Die grundsätzlich bessere Lösung wäre hingegen ein Opt-out-Verfahren: Jeder, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht – wir nehmen ja Rücksicht auf etwaige religiöse Befindlichkeiten – ist Organspender. Punkt. Das würde die Hürden verschieben. Umfragen ergeben, dass ohnehin 70 Prozent der Bevölkerung im Grunde dazu bereit sind, nach ihrem Tod Spender zu sein. Trotzdem sinken die Spenderzahlen. Einfach weil viele zu bequem oder vergesslich sind, sich einen Ausweis auszudrucken und auszufüllen.

Der nun zwischen Regierung, Regierungsfraktion und Opposition ausgehandelte Weg ist aber mal wieder das Blödeste, was passieren konnte. An der bisherigen Regelung ändert sich gar nichts. Statt dessen sollen alle Bürger regelmäßig angeschrieben und gefragt werden, ob sie nicht doch einen Spenderausweis ausfüllen wollen. Das kann die Zahlen vielleicht etwas verbessern, löst aber vermutlich nicht wirklich grundlegend das Problem – denn Post, bei der es egal ist, wie man mit ihr umgeht, landet früher oder später ohnehin im Müll. Mittelfristig werden also weiterhin jene Organspender sein, die sich bewusst dafür entscheiden, entsprechend aktiv zu werden.

Also haben wir weiterhin viele Kranke, die auf den Wartelisten stehen – und zu einem guten Anteil einfach sterben werden. Etwa 12.000 sind es derzeit. Begründet wird die jetzige Entscheidung mit der Phrase “Kein Zwang”. Aber sorry, dass ist Bullshit! Es würde niemand zu etwas gezwungen, was ihm zu dem Zeitpunkt, an dem es passiert, in irgendeiner Form interessieren würde. Denn da ist man bereits tot. Und ob man nun mit einer Niere mehr oder weniger verbuddelt oder verbrannt wird, ist dann auch Wurst.

Wer sich einen Organspendeausweis zulegen oder sich weitergehend informieren möchte, bitte hier entlang.

 

Die Exoplaneten-Forschung ist ja grad mal so richtig am Brodeln. Fast täglich gibt es neue Entdeckungen und manche davon sind mal so richtig schön aufregend. Der neueste Fall heißt “GJ 1214b“. Der Planet wurde schon 2009 mit Teleskopen auf der Erde entdeckt. Mit dem Hubble-Teleskop, das von der Erdumlaufbahn aus viel genauer hinschauen kann, wurden dann weitere Untersuchungen angestellt.

Und heraus kam, dass es sich um einen Planeten handelt, dessen Oberfläche und Athmosphäre vor allem aus Wasser besteht. Das bekommt man übrigens so raus: Erst analysiert man das Licht des Sterns. Über die Spektrallinien im Licht bekommt man heraus, aus welchen Stoffen dieser so besteht. Wenn der Planet im Transit – also beim Flug zwischen seinem Stern und dem Beobachter – ist, verändern sich die Spektrallinien ein klein wenig: Nämlich auf die Art, wie die Stoffe in der Atmosphäre das durchgehende Licht auf bestimmten Wellenlängen absorbieren. Diese Absorbtionmuster sind für jedes Element einzigartig.

Nun ist die Vorstellung eines Planeten, dessen Oberfläche vor allem aus Wasser besteht, vermutlich erst einmal nicht so exotisch. GJ 1214b ist aber 2,7 Mal so groß wie die Erde und die Masse ist sieben mal höher. Und wenn man mal an den Physikunterricht zurückdenkt, erinnert man sich, dass beispielsweise der Druck den Gefrier- und Siedepunkt von Wasser verändert. Hoher Druck führt beispielsweise dazu, dass Wasser nicht bei hundert Grad, sondern etwas heißer werden kann, bis es verdampft. Deswegen brauchen Sachen im Schnellkochtopf auch kürzer, bis sie fertig sind.

Die Bedingungen auf dem Planeten da sorgen also für Eigenschaften des Wassers, die unserer Alltagserfahrung völlig entgegenstehen. Genau weiß man es zwar noch nicht, aber es wäre denkbar, dass die Oberfläche aus 200 Grad heißem Eis besteht. Aber auch supraflüssiges Wasser könnte zu finden sein. (Bild: NASA)

 

Die ESA hatte heute einen großen Tag. Nach zehn Jahren Entwicklung startete heute die erste “Vega”, eine neue Rakete neben den “Ariane”-Launchern. Neben der Ariane 5 und der seit Kurzem auch bei der ESA startenden Sojus, gibt es nun eine vergleichsweise kleine Rakete. In dieser Klasse gibt es derzeit noch einige alte, umgebaute militärische Raketen für kleinere Missionen und in einigen Jahren wird Vega wohl die einzige Klasse dieser Größe sein, die für kommerzielle Projekte zur Verfügung steht.

Vega basiert auf Erfahrungen, die in Italien mit ballistischen Raketen aus den USA gemacht wurden. Hinzu kamen Technologien aus den Boostern der Ariane 5 und neue Materialien. Der neue Launcher soll die ESA in eine weltweit einzigartige Position bringen, so die Hoffnung.

An den Weltraumbahnhof in Kourou stellt Vega neue Herausforderungen. Dort müssen die Prozesse nun so gestaltet werden, dass die Startvorbereitungen für drei Startsysteme gleichzeitig laufen können. Vega besteht aus vier Stufen, die auch mehrere kleinere Satelliten auf verschiedene Umlaufbahnen bringen können. Die Rakete ist 30 Meter hoch und wiegt beim Start 137 Tonnen. Insgesamt können 2,5 Tonnen Nutzlast mitgenommen werden.

Und da es ein etwas kleineres System ist, geht die beim Start ziemlich flink ab. Beim erster Flug, der in erster Linie einer Reihe von Tests diente, wurden mehrere kleinere Satelliten mit in den Orbit gebracht, die vor allem verschiedenen Universitäten Experimente im All ermöglichen. Viel interessantes dazu und natürlich den ersten Flug der Vega gibt es in einem Video.

 

Florian Freistetter ist Astronom, Wissenschaftsautor und als Blogger der Betreiber des Science-Blogs “Astrodicticum Simplex“. Dort hat er schon des Öfteren auch etwas zu den kruden Weltuntergangsthesen für das Jahresende 2012 geschrieben. Jetzt hat er das alles und noch einiges mehr in einem Buch zusammengefasst.

“2012 – Keine Panik” heißt es und behandelt umfassend alle Aspekte, die in diesem Thema stecken. Der Leser erfährt beispielsweise, warum der 21.12.2012 keineswegs das Ende des Maya-Kalenders ist, sondern nur ein besonderes Silvester, warum es keinen Planet X gibt, der der Erde zu nahe kommt, und dieser schon gar nicht mit seltsamen Aliens bevölkert ist oder auch, warum die Sonnenstürme weder die Erde umkippen noch unser Bewusstsein anheben.

Freistetter erklärt all diese Sachen wissenschaftlich fundiert, trotzdem aber auf eine Art, dass auch der Laie sie problemlos verstehen und nachvollziehen kann. Nebenher bekommt man auch gleich noch einen guten Einblick, wie wissenschaftliches Denken funktioniert.

Der Autor entlarvt die Profitmaschine, die hinter der Weltuntergangs-Hysterie steht – von Roland Emmerichs Katastrophenfilm bis hin zu den alten Geistern der Szene: Denn natürlich ist auch Erich von Däniken schwer damit beschäftigt, mit seinem üblichen Geschwurbel ordentlich zu verdienen. Dessen Tipp, wie man sich am besten auf das Jahresende vorbereiten kann, liegt natürlich in einer Kaufempfehlung für sein eigenes Buch. Ich empfehle hingegen ohne Einschränkungen jenes von Freistetter. Es wird zum Preis von freundlichen 2,99 Euro für die Kindle-Plattform angeboten und kann somit auf den E-Book-Readern von Amazon oder die entsprechende Reader-Software am Rechner oder auf dem Smartphone gelesen werden.

 

Wie kann man die Evolution beschleunigen, wenn man noch nicht über die nötige Technik verügt? So:

Auf einem kleinen Acker tief im Bayerischen Wald vergrub Hans Steinhart einst Kartoffelknollen und säte Getreide. Was er erntete, waren Mutanten, genau wie er es erhofft hatte. Bevor er das Feld bestellte, war er zum Forschungsreaktor in Garching bei München gefahren und hatte das Saatgut in einer Tüte verpackt einige Minuten lang im bläulich schimmernden Reaktorbecken versenkt.

Da kam natürlich eine Menge Zeug bei raus, was erstmal über Rückkreuzungen auf ein Niveau gebracht werden musste, das langfristig nutzbar ist. Und heute liegt das im Bio-Laden.

Die pilzresistente Pfefferminz-Sorte “Todd’s Mitcham” ist ein Ergebnis der Zuchtversuche mit der Strahlenkanone. Nahezu die gesamte globale Pfefferminzölproduktion geht auf eine Mutante zurück. Auch die Grapefruitsorten “Star Ruby” und “Ruby Red”, die heute oft in Bioläden verkauft werden, sind Nachfahren aus Atomgärten. Fast die gesamte in Europa eingebrachte Gerstenernte trägt eines von zwei Genen, die vor Jahrzehnten durch Strahlen verändert wurden und dafür sorgen, dass die Ähren auf kürzeren und stabileren Stängeln wachsen.

Heute geht man anders vor. Es werden nicht mehr zufällig mit dem Holzhammer Gene verändert, sondern gezielt einzelne Veränderungen gefördert. Was ließe sich wohl erreichen, wenn man das nicht nur in die Hände finanzkräftiger Konzerne drängt, die sich eh nicht um ihr Ansehen scheren, sondern eine transparente Forschung stattfinden könnte? Das Schöne: Inzwischen braucht man für den ganzen Kram ja nicht mehr unbedingt superteure Labore. Also ist das auch Thema in der Hacker-Community geworden – Kohlenstoff statt Silizium also. Da gibt es einen prima CRE-Podcast zu: Biohacking. (Die Zitate oben: Süddeutsche)

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