An dieser Stelle mal ganz großen Respekt an den Nachwuchs. Brittany Wenger aus Florida hat beim “Google Science Fair” faktisch alles andere locker weggefegt und den ersten Platz belegt. Und das passt gerade alles: Eine junge Frau, sie ist erst 17, zeigt mit Hilfe ihrer Kenntnisse über Software-Entwicklung mal eben der medizinischen Forschung, was man so besser machen kann.

Ihr Projekt: Brittany hat auf Grundlage der Erkenntnisse der Informatik über neuronale Netze eine künstliche Intelligenz entwickelt, mit der sie die Analysedaten aus der Brustkrebserkennung fütterte. Ihre Software konnte dazulernen und schaffte es letztlich, korrekter vorherzusagen, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht, als der Test bisher. Die Genauigkeit liegt bei ihr inzwischen bei nur einigen hundert Proben bei 99,11 Prozent. Die Software hat sie nun öffentich bereitgestellt und hofft, mit der Übermittlung von mehr Ergebnissen, zu noch besseren Analysen zu kommen.

 

Die Erdbeobachtungs-Satelliten des Landsat-Programms sind nun 40 Jahre im All und fotografieren die Erde. Bei Google hat man sich mal hingesetzt, und die einzelnen Aufnahmen zu Zeitraffer-Filmen zusammengesetzt. Das ist schon eindrucksvoll: Man sieht wie Städte wie Las Vegas wachsen und dabei der Umgebung das Wasser entziehen und wie der Aralsee in Russland oder die Regenwälder sich auflösen. Leider gibt es nur Bildmaterial über zehn Jahre hinweg, aber auch das ist allein schon krass:

 

In Sachen Kernenergie bin ich ja schon Fundamentalist. Das ist meiner Ansicht nach nichts Gutes. Aus diversen Gründen. Aber ich finde es prima, dass die AG Nuklearia der Piratenpartei sich da mal Gedanken macht. Die Gruppe ist der Energiegewinung aus “Atomstrom” nicht ganz abgeneigt und sie haben einige wohl ganz kluge Ideen, unter anderem, wie man mit Atommüll umgeht.

 

Der Urlaub ist vorbei und die angestauten Aufgaben sind soweit durch und es ist einiges passiert. Auf Einiges muss ich ja nun nicht mehr eingehen…oder eben später. Je Nachdem. Immerhin gab es offenbar genug, das folgende Meldung eher für weniger Empörung bei den üblichen Verdächtigen sorgte: Eine Qualle aus Silikonfolie und Zellen aus einem Rattenherz nachbauen.

Genetisch ist es eine Ratte, ansonsten in vielen Belangen eine Qualle. Wissen die beteiligten Wissenschaftler zu berichten. Die Erkenntnisse sollen helfen, eines Tages nach dem gleichen Prinzip bessere künstliche Herzklappen zu bauen. Sieht zumindest cool aus:

 

Das ist doch mal eine ordentliche Technologie-Umwidmung: Die US-Geheimdienste haben der NASA zwei Spionage-Satelliten überlassen. Die Satelliten sind im Grunde fliegende Teleskope, die noch nicht ins All geschossen wurden, sondern noch irgendwo rumlagen. Die können nun also für Forschung statt für Überwachung eingesetzt werden.

Was aber doch zumindest für eine hochgezogene Augenbraue sorgt: Die beiden Teleskope haben die Größe und Leistungsfähigkeit des Hubble Space Telescope! Da plagt sich die Forschung über Jahre ab, solch ein Teleskop in den Orbit zu kriegen, mit dem inzwischen echt wichtige Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Und Geheimdienste haben solche Teile im Doppelpack in der Garage liegen. Mal abgesehen davon, dass da mit Sicherheit auch welche oben rumfliegen, die gucken können, ob der Zuckerwürfel im Tee vor uns schon fertig aufgelöst ist. Bäh!

(Hubble-Foto vom Carina-Nebel)

Für die NASA heißt das nun allerdings erstmal noch nicht, dass Hubble einfach angelöst werden kann. Die Satelliten haben einerseits etwas andere Spezifikationen, die erstmal angepasst werden müssen. Außerdem sind da noch keine Aufnahme-Instrumente drin. Und entsprechende Missionen mit dem ganzen Background zur Auswertung der gewonnenen Daten müssen auch erstmal geplant und organisiert werden. Aber gut. Immerhin ein Anfang.

(Quelle: Washington Post)

 

Das große Ereignis dieses Jahres hat begonnen: Der Venus-Transit. Unser Nachbarplanet Venus schiebt sich zwischen uns und der Sonne durch. Hier ist der Anfang zu sehen, wie der Planet oben links in die Sonnenscheibe eintritt.

Von Deutschland aus ist das heute morgen sehr früh direkt nach Sonnenaufgang noch mit bloßem Auge zu beobachten, wenn die Wolken nicht im Weg sind. Ihr solltet aber eine von diesen Brillen dabei haben, mit denen man vor einigen Jahren die Sonnenfinsternis beobachten konnte. Dann sieht man die Venus, die sonst immer als erster “Stern” am Himmel auftaucht, als dunklen Punkt über die Sonne wandern. Um dieses Schauspiel noch einmal zu sehen, muss man sehr alt werden. Erst 2117 ist es wieder soweit.

(Bild: Michel Breitfellner and Miguel Perez Ayucar/ESAC)

 

Hätten wir doch bloß nicht nachgeschaut! Aber wir haben es getan – mit dem Hubble Space Telescope. Und nach dem, was es da zu sehen gab, haben die Astronomen Roeland van der Marel und Sangmo Tony Sohn vom Space Telescope Science Institute in Baltimore nun errechnet, dass Andromeda mit unserer Milchstraße kollidieren wird. Da rast also eine komplette Galaxie auf uns zu. Kopf einziehen hilft da eher nicht.


(Andromeda, lightclad on Flickr)

Die gute Nachricht: Bis es soweit ist, dauert es noch so 4 Milliarden Jahre. Zur Zeit ist Andromeda noch so etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Die zunehmende Annäherung war schon länger bekannt, allerdings war nie so wirklich klar, ob zu einer Fusion der beiden Galaxien kommen wird, oder sie sich beispielsweise nur im Vorbeiflug etwas streifen. Jetzt ist aber ziemlich klar: Es kommt zum Crash. Wegen der großen Entfernungen zwischen den Sternen in so einer Galaxie wird es wohl aber in den meisten Regionen so sein, dass man von der Sache nicht viel mitbekommen. Vielmehr mischt sich alles etwas neu und nach weiteren zwei Milliarden Jahren werden Milchstraße und Andromeda zu einer Sterneninsel verschmolzen sein.

Die Leistung der Astronomen ist dabei nicht zu verachten. Um die genauen Flugvektoren auszurechnen haben sie die Bewegungen von insgesamt rund 15.000 Sternen in Andromeda über einen längeren Zeitraum beobachtet. Dabei zeigte sich, dass es eine kleine Chance gibt, das noch vor Andromeda auch die Zwerggalaxie M33 auf die Milchstraße treffen wird. Wenn alles vorbei ist, wird unser Sonnensystem dann wohl mit einer 10-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einer entlegenen Region der verschmolzenen Galaxie liegen. Aus den Beobachtungen wollen die Astronomen nun durch Berechnungen in die andere Richtung weitere Erkenntnisse über das Entstehen der Lokalen Gruppe gewinnen, also der Ansammlung von Galaxien in unmittelbarer Nachbarschaft von Milchstraße und Andromeda. (Quelle: ‘Nature‘)

 

Arachnophobie, also die Angst vor Spinnen, kann bei den meisten Betroffenen binnen weniger Stunden geheilt werden. Das zeigt die Praxis mit einer Therapie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine. Der Knackpunkt dabei ist die Vermittlung von Wissen über die Tiere sowie die praktische Erfahrung, berichtet ‘Scientific American‘.

Den Betroffenen wird vermittelt, wie Spinnen so ticken und dabei werden sie Schritt für Schritt an sie herangeführt. Erst immer ein Stück weiter an das Terrarium, dann Berührung mit einer Zahnbürste, anfassen mit Handschuh und dann der direkte Kontakt. Die Hirnregionen, die dabei anfangs vor Angst losfeuerten, bleiben dann auch Monate später noch ruhig. Und hier handelt es sich nicht um Leute, die Spinnen einfach etwas eklig finden und ihnen aus dem Weg gehen, sondern um solche, die aus lauter Angst keine Wiese betreten oder tagelang ihre Wohnung verlassen, wenn da eine Spinne auftaucht.

(Foto: M. Dolly / Flickr)

 

Es hat endlich geklappt: Die Dragon von SpaceX ist auf dem Weg zur ISS. Nach dem Ende des Shuttle-Programms der US-Weltraumagentur NASA sieht es nun so aus, als ob der Weg in eine privatwirtschaftliche Raumfahrt funktioniert. Dragon wird das erste nichtstaatliche Raumfahrzeug, dass die ISS anfliegt. Der Launch hat funktioniert, jetzt kommen einige Test-Manöver und Freitag soll das erste Mal gekoppelt werden, wenn alles funktioniert.

Die ganze Geschichte hat mehrere Seiten. Eine ist natürlich die, dass die öffentlich finanzierte und genutzte Raumfahrt gerade etwas in die Hände einiger verspielter Milliardäre abgleitet. Aber das passierte mit anderen Innovationen früher auch. Die ersten Autos nutzten auch Leute als Fortbewegungsmittel, für die Kutschen mittlerweile zum Pöbel-Verkehrsmittel wurden. Vielleicht stoßen wir ja hier gerade die Tür zu einer Raumfahrt auf, die nicht mehr nur an Staaten hängt, sondern perspektivisch von jedem genutzt werden kann. Eine privatwirtschaftlich finanzierte Raumfahrt ist im Endeffekt unter den heutigen Vorzeichen der beste Weg, um uns allen letztlich ein unabhängiges Internet über unsere eigenen Satelliten aufzubauen.

 

Vom Glauben ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. Ich glaube gar nichts mehr. Kein Esoterik-Kack, nichts. Mit 22 hatte ich noch mal die Angst „Was, wenn das doch alles wahr war? Wenn ich nun wirklich bald beim Weltuntergang grausam sterbe?“ Dank eines auf Sekten spezialisierten Psychologen konnte ich das allerdings überwinden. Nun tun mir meine ehemaligen Glaubensbrüder manchmal fast Leid. Meine Eltern beispielsweise denken ja immer noch, dass ich des Teufels bin und im Harmagedon umkomme, während sie ins Paradies gelangen. Das ist für die schon schlimm.

In der ‘Süddeutschen Zeitung‘ berichten drei Frauen über ihr Leben, die es geschafft haben, sich aus den Fesseln der Zeugen Jehovas zu befreien. Eindrucksvoll kommt herüber, wie sie letztlich nicht mit einem sicher auch berechtigten Hass, sondern auch mit Mitleid über jene sprechen, die noch in der Sekte festhängen und wie das andersrum nicht der Fall ist. Das ist laut einer kürzlich veröffentlichten Studie auch nicht verwunderlich. Denn diese kam zu dem Ergebnis, dass Atheisten und wenig religiöse Menschen eher mit Mitleid auf andere reagieren, als stark Gläubige.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag, aus dem man einiges mitnehmen kann. Einen Kritikpunkt hab ich allerdings gegenüber der Redaktion: Warum werden als Ausstiegshilfen lediglich Ansprechpartner der Kirchen genannt? Gibt es da niemand anderen, beispielsweise bei der Humanistischen Union oder so?

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