Manchmal hat man ja das Gefühl, dass irgendeine Tendenz in der Berichterstattung störend wirkt. Dann muss man eigentlich nur warten, bis es jemand auf den Punkt bring. Das hat man jetzt bei der ‘Welt‘ geschafft.

Nach dem Aussetzen der russischen Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation fürchten die USA im Falle einer möglichen Evakuierung den Verlust der ISS.

Der Satz klingt gewöhnlich, bringt es aber recht gut auf den Punkt. Die Aufmerksamkeit der westlichen Medien liegt, wenn es um Raumfahrt geht, erstmal bei der NASA. Unterschwellig entsteht so immer der Eindruck, die USA hätte den wesentlichen Anteil an der ISS, während der russische Partner irgendwie mit dranhängt und aktuell dummerweise als einziger bemannte Flüge zur Station durchführen kann – denn das Shuttle-Programm ist ja beendet. Dazu kommen dann halt noch die ESA, Kanada und Japan als kleine Junior-Partner.

Die Realität sieht aber anders aus. Russland hat 50 Prozent Anteil an der Station. Die USA hatte ursprünglich genauso viel, holte dann aber aus Kostengründen noch andere Länder und Organisationen mit ins Boot. Bei einer angenommenen Standard-Besatzung von sechs Personen haben die Russen daher immer das Recht, drei Plätze zu besetzen, während sich die USA drei Plätze mit den anderen Partnern teilen muss. So gesehen wäre es bei einer ungefärbten Berichterstattung eigentlich gegeben, erstmal in Russland nachzufragen, ob man sich da Sorgen macht.

Wer tiefer in das Thema ISS einsteigen will, dem sei hiermit die Folge des Raumzeit-Podcasts zu “Raumstationen” empfohlen.

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