An dieser Stelle mal eine kleine Erläuterung, was das öffentliche Streaming der Sitzungen von kommunalen Gremien angeht. Das ist keinesfalls eine Erfindung der Piraten, auch wenn diese das aktuell am stärksten fördern und umsetzen. Und es ist auch keineswegs so, dass ohnehin niemand zusehen mag, was eine Bezirksverordnetenversammlung, ein Stadtrat oder ein Gemeinderat so tut.

Ich komme ursprünglich aus einem Dorf im südlichen Brandenburg. Das heißt Neupetershain und hat derzeit mit allem Drum und Dran so etwa 1.400 Einwohner. Bei uns gründete sich Mitte der 1990er Jahre ein Verein, der sich eine lokale Kabellizenz besorgte und darauf einen eigenen Fernsehsender betrieb: Den “NIK Neupetershainer Informations & Kulturkanal“.

Schon 1995 ging es los. Einer der festen Sendepunkte war immer die Tagung des Gemeinderates. Diese wurde live übertragen. Aber nicht nur das. Beim Tagesordnungspunkt “Bürgersprechstunde” konnte man einfach anrufen und seine Probleme oder Meinungen vortragen und das kleine Dorfparlament nahm direkt darauf Bezug. Ich kenne zwar keine Zahlen, was die Einschaltquoten angeht, aber die können so niedrig nicht gewesen sein. Denn am nächsten Tag war das nicht weniger Gesprächsthema im Ort, als es heute bei großen Talkshows der Fall ist. Ich finde, da sollten sich einige Gremien mal ein Beispiel dran nehmen.

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