Eines der großen Themen der ESA ist aktuell der Merkur. 2015 wird “BepiColombo” starten, eine Mission zu dem sonnennächsten Planeten. Das ist ein ziemlich kompliziertes Unterfangen, wusste Rüdiger Jehn, Missionsplaner von der ESA, beim ILA-SpaceTweetUp zu berichten. Denn man hat mit der starken Gravitation der Sonne und den schnellen Umläufen des Merkur zu kämpfen. Deshalb hofft man, wenigstens einen halbwegs guten Orbit zu erreichen: Nah genug dran, damit man Bilder und Experimente machen kann, aber auch nicht zu dicht, weil man dann von Sonne und Merkur gleichzeitig gegrillt wird.

Über den Planeten weiß man noch vergleichsweise wenig, weil er durch seine Nähe zur Sonne schwer zu beobachten ist. Erst seit den 1960ern weiß man überhaupt Genaueres über die Rotation. Wie es im Inneren aussieht – nun, darüber ist man sich noch nicht ganz einig. Deshalb soll BepiColombo unter anderem erforschen, wie das Magnetfeld des Merkur beschaffen ist. Das verrät letztlich nämlich viel darüber, wie es unter der Oberfläche aussieht.

Wenn man sich schonmal auf den Weg macht, dann richtig: Es werden gleich zwei Satelliten mitgenommen, der Mercury Planetary Orbiter (MPO) soll dicht an Merkur ranfliegen und die Oberfläche aufnehmen, während der Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO) weiter draußen das Magnetfeld ausmisst.

Der erste Satellite, der in die Nähe von Merkur kam, war Mariner 10 von der NASA Mitte der 1970er. Messenger lieferte dann 2008 und 2009 noch einige Daten. BepiColombo wird erst 2022 am Merkur ankommen, man muss sich also noch ordentlich gedulden, bis Daten hereinkommen. Diese sollen uns aber nicht nur mehr über den Markur selbst erzählen, sondern durchaus auch über die Erde. Denn die beteiligten Wissenschaftler erhoffen sich aus der Mission auch Erkenntnisse darüber, wie die inneren Planeten unseres Sonnensystems entstanden sind.

Eine Besonderheit beim Merkur, von der Jehn berichtete, ist der Lauf der Sonne, wenn man auf dem Merkur sitzen würde. Die geht im Grunde wie auf der Erde auf und irgendwann wieder unter – ein Merkur-Tag dauert über 58 Erdentage – zwischendrin bewegt sie sich allerdings ein Weilchen in die entgegengesetzte Richtung. Wenn man den richtigen Punkt findet, kann man sechs Tage lang immer wieder Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge beobachten. Merkur ist also ein bisschen romantisch.

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