Staatenbildende Insekten sind faszinierend. Superorganismen, in denen das einzelne Individuum wenig zählt, die Kolonie aber alles. Ich bin in der letzten Zeit über Bienen zu Ameisen gekommen und schwer beeindruckt. Mit absoluter Präzision nimmt in den Völkern jedes Tier seine Rolle ein zum Wohle des Ganzen.

Eine der – nach menschlichen Maßstäben – wohl abgefahrendsten Verhaltensweisen wurde nun bei einer neu entdeckten Termiten-Art in Französisch Guiana beobachtet. Die Arbeiterinnen der Neocapritermes taracua tragen auch im hohen Alter, wenn sie nicht mehr ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können und ohnehin bald sterben, etwas zum Erhalt des Staates bei.

Im Laufe ihres Lebens sammeln sie in ihren Körpern eine Substanz aus blauen Kristallen an – eine Chemikalie mit Kupfer-Anteilen. Wird die Kolonie angegriffen, stehen diese Termiten dann in der ersten Verteidigungsreihe. Wagt es ein Angreifer, sie zu beißen, wird die Substanz, die in einer Zwei-Komponenten-Reaktion mit anderen Ausscheidungen zum tödlichen Gift wird, freigesetzt. Die Abwehr von Feinden funktioniert hier also vor allem durch selbstmörderische Rentner. Im Gegensatz zu Bienen, die nach dem Stich auch sterben, trifft es hier die Mitglieder des Staates, die ohnehin nicht mehr den größten Beitrag sonst liefern können.

Um aber noch einmal zu den Ameisen zurückzukommen: Es gibt da eine wunderbare Doku, die sehr sehenswert ist:

(Quelle: Nature)

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