Vom Glauben ist allerdings nichts mehr übrig geblieben. Ich glaube gar nichts mehr. Kein Esoterik-Kack, nichts. Mit 22 hatte ich noch mal die Angst „Was, wenn das doch alles wahr war? Wenn ich nun wirklich bald beim Weltuntergang grausam sterbe?“ Dank eines auf Sekten spezialisierten Psychologen konnte ich das allerdings überwinden. Nun tun mir meine ehemaligen Glaubensbrüder manchmal fast Leid. Meine Eltern beispielsweise denken ja immer noch, dass ich des Teufels bin und im Harmagedon umkomme, während sie ins Paradies gelangen. Das ist für die schon schlimm.

In der ‘Süddeutschen Zeitung‘ berichten drei Frauen über ihr Leben, die es geschafft haben, sich aus den Fesseln der Zeugen Jehovas zu befreien. Eindrucksvoll kommt herüber, wie sie letztlich nicht mit einem sicher auch berechtigten Hass, sondern auch mit Mitleid über jene sprechen, die noch in der Sekte festhängen und wie das andersrum nicht der Fall ist. Das ist laut einer kürzlich veröffentlichten Studie auch nicht verwunderlich. Denn diese kam zu dem Ergebnis, dass Atheisten und wenig religiöse Menschen eher mit Mitleid auf andere reagieren, als stark Gläubige.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag, aus dem man einiges mitnehmen kann. Einen Kritikpunkt hab ich allerdings gegenüber der Redaktion: Warum werden als Ausstiegshilfen lediglich Ansprechpartner der Kirchen genannt? Gibt es da niemand anderen, beispielsweise bei der Humanistischen Union oder so?

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