Christian Reinboth von den ScienceBlogs hat eine Stellungnahme des Vereins Sternwarte Sankt Andreasberg veröffentlicht (und dran mitgeschrieben). Der Hobbyastronomenverein nutzt die Gegend im Harz, um sich den Sternhimmel anzusehen. Die so genannte Lichtverschmutzung ist dort relativ gering und man hat einen guten Blick auf den Nachthimmel.

Sogar der Bau einer richtigen Sternwarte ist geplant. So ein Projekt von Amateuren, abseits der ganz gut ausgelasteten und vergleichsweise straff organsierten wissenschaftlichen Einrichtungen, ist gut geeignet, mehr Menschen an das Thema heranzuführen. Insbesondere Jugendliche, bei denen es gerade angesichts der gesellschaftichen und medialen Entwicklung wichtig ist, sie für Naturwissenschaften zu begeistern.

Jetzt droht allerdings Ungemach. In der Nähe soll eine Skianlage gebaut werden – die auch Nachts nutzbar sein soll. Dafür sollen zahlreiche Flutlichtmasten sorgen. Das würde den Himmel letztlich wohl gewaltig eintrüben und etwas selten gewordenes verändern:

Die Gegend zwischen Sankt Andreasberg, Braunlage, Sorge und Elend gehört zu den wenigen Arealen in Deutschland, in denen noch nahezu natürlich dunkle Nachtverhältnisse vorherrschen…Bei guten Beobachtungsverhältnissen ist es hier sogar möglich, nicht nur die Milchstraße, sondern auch das Zodiakallicht mit bloßem Auge wahrzunehmen. Damit besteht für die Gegend die Chance, von der International Dark Sky Association (IDA), einer international tätigen Organisation zur Förderung der Astronomie, die sich für den Schutz von Orten mit guten Beobachtungsbedingungen weltweit einsetzt, zu einem „Dark Sky Park” – einem sogenannten Sternenpark – zertifiziert zu werden.

Von diesen Sternenparks gibt es in Europa nur vier Stück, in Deutschland keinen einzigen. Der Verein will deshalb gegen den Bau der Skianlage kämpfen. Denn – neben der bereits genannten Vorteile und dem Nutzen des Projekts für einen sanften Tourismus in der Region – nennt Christian einen weiteren nicht ganz unwesentlichen Aspekt: “Natürlich haben auch Hobby-Astronomen – genau wie alle Fußballer, Sportschützen und Mountainbiker auch – das Recht, sich dafür einzusetzen, dass man es ihnen die Ausübung ihres Hobbys nicht erschwert oder sogar unmöglich macht.” Genau!

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