Na nun wird’s bunt. Oder hell. Je nachdem. Zumindest gibt es da einen italienischen Mathematiker, der meint, die Galaxien-Rotation könnte vielleicht doch ohne dunkle Materie erklärt werden. Er liefert da auch gleich komplizierte Formeln mit, die ungefähr zum gleichen Ergebnis kommen, wie die Beobachtungen. Mangels Kenntnissen in höherer Mathematik (zumindest auf dieser Höhe) kann ich das nicht im Detail nachvollziehen.

Nun ja, vielleicht geht es ja doch ohne dunkle Materie, die ja ohnehin nur als Annahme existiert – so als Konstrukt, weil das uns bekannte Universum anders funktioniert, als es dürfte. Trotzdem sollte man da erstmal skeptisch bleiben, bis sich da mal ein paar mehr Leute mit Ahnung zu der Sache äußern.

Aber die Gelegenheit ist ja zumindest günstig, mal etwas dazu zu sagen, warum man überhaupt die Existenz der dunklen Materie annimmt. Los geht es erstmal da, wo alles so funktioniert, wie es sollte: Nehmen wir unser Sonnensystem. Jeder Planet kreist ja in einer genauen Balance um die Sonne. Wäre seine Geschwindigkeit geringer, wäre die Fliehkraft nicht hoch genug und er würde immer dichter an die Sonne herangezogen. Wäre er schneller, würde sich die Fliehkraft durchsetzen und er würde sich immer weiter entfernen und schließlich komplett aus dem Sonnensystem herauskatapultiert.

Da die Anziehungskraft der Sonne abnimmt, je weiter man weg ist, kommt es also dazu, dass der Merkur, der am dichtesten an ihr dran ist, sich mit 48 Kilometern pro Sekunde bewegen muss. Der Neptun ist am weitesten entfernt und bewegt sich nur 5 Kilometer pro Sekunde vorwärts.

Eine gewisse Zeit lang nahm man an, dass Galaxien genauso funktionieren – wie große Sonnensysteme mit viel mehr Zeug, was drin rumfliegt eben. Je weiter draußen, umso langsamer, weil ja sonst komplette Sonnensysteme aus der Galaxie rausfliegen würden (also rote Kurve). Bis dann mal jemand in der Lage war, nachzumessen. Zuerst hat man das bei Andromeda gemacht, ist ja immerhin groß und relativ dicht dran, ging also prima. Und: Tja, Pustekuchen (weiße Kurve). Die Geschwindigkeit nahm einfach nicht ab, je weiter man rausging. Alles in den äußeren Bereichen bewegte sich fast genauso schnell, wie das weiter drin.

Die Folgerung: Es muss noch etwas außer den Dingen, die wir sehen können, geben, das Masse hat und damit für ausreichend Gravitation sorgt, um diese schnellen, äußeren Sonnensysteme festzuhalten. Und weil es halt für uns eben nicht sichtbar ist, hat man es erstmal dunkle Materie genannt. Und vermutlich würde mir ein Kosmologe jetzt ein “unzureichend” an den Kopf werfen. Aber ich hoffe, so als grobe Beschreibung wars verständlich. Mehr dazu gibts später nochmal, wenn ich mit einem ziemlich guten Buch zu der Geschichte fertig bin.

(Abbildung: Queens University)

 Leave a Reply

(required)

(required)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

   
© 2011 hedrik.de Suffusion theme by Sayontan Sinha