Bisher an mir vorübergegangen: Es gibt nun schon Spinner, die Milch für ganz doll schädlich halten: “Mit erstaunlicher Geschwindigkeit breitet sich derzeit eine Art Verschwörungstheorie gegen die Milch aus: Angeblich verschleimt sie den Körper”, berichtet die ‘Süddeutsche‘.

Nagut, könnte man sagen, sollen sie halt ihr Soja-Gebräu trinken. Immerhin ist es eigentlich ja nur ein genetischer Defekt, dass wir als Erwachsene Milch verdauen können, also die meisten jedenfalls. Eklig wirds wie so oft dann, wenn es Menschen aufdiktiert wird, die in dem Fall keine eigene, unabhängige Entscheidung treffen können. In diesem Fall: Kinder. Die ziehen nämlich tatsächlich wichtiges Eiweiß, Calcium und Jod aus der Milch. Das ist in Ersatzprodukten so gar nicht ausreichend drin.

Die Frage ist, was als nächstes kommt. Kein Rinder-Steak mehr, weil einem dann vielleicht Hörner wachsen könnten? Vermutlich kommen solche Schnapsideen letztlich von Leuten, die sich anschließend einen kräftigen Schluck Eigenurin hinter die Binde kippen und dem Körper damit den ganzen Abfall wieder zuführen, den er eigentlich loswerden wollte. Den komischen Geschmack bekommt man dann mit einem Soja-Latte ja wieder weg.

  3 Responses to “Alles Schlechte aus einem Viertel Liter Milch”

  1. Drei Kommentare dazu; erstens: Dass Milch den Körper “verschleimt”, ist selbstverständlich quatsch. Deshalb aber gleich zu folgern, dass es keine vernünftigen Argumente gegen Milchkonsum geben kann, ist gleichermaßen unsinnig wie gefährlich.

    Zweitens: Wem das Kalzium im Soja-Gebräu nicht reicht, der kann angereichtertes Soja-Gebräu kaufen. Eiweiß ist hingegen genauso viel drin enthalten, nur nicht aus den gleichen Bausteinen. Und Jod braucht man in WESENTLICH geringeren Mengen, als es heutzutage überall drin ist; da ist der Jodgehalt der Milch eher schädlich. Deswegen sind dafür auch Obergrenzen festgelegt.

    Und drittens: So einfach ist das eben leider nicht. Milch ist nicht etwa gesundheitsförderlich, bloß weil ein paar wichtige Stoffe in ihr enthalten sind. Als Recherchestart (allerdings ganz sicher nicht als einzigen Rechercheort!) kann ich z.B. http://www.milchlos.de/ empfehlen. Aufgrund der Behauptungen dort kann man sich dann weiter kundig machen.

    Muss man aber natürlich nicht. Man kann auch weiterhin alle, die nicht der eigenen Meinung sind, als Spinner abstempeln und in einen großen Topf werfen. Auch und gerade, wenn diese Meinung offenkundig mehr durch Hörensagen und Vorurteile geprägt ist als durch Kenntnis der Materie.

  2. Vergammelte H-Milch riecht manchmal verbrannt. Bionade ist so gesehen eher Chemonade.

  3. Miron, es geht nicht um alle in einen Topf werfen. Es geht mir um die Fundis. Mal so zum Vergleich: Mir ist auch völlig klar, dass es gesundheitlich und vor allem auch moralisch unschlagbare Argumente dafür gibt, vegetarisch zu leben. Aber fundamentalistische Veganer find ich trotzdem zum kotzen. ;)

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