Falls jemand Ahnung und ein bisschen Zeit hat, könnte er ja vielleicht einem internationalen Wissenschaftler-Team helfen, den Fehler in ihrer Versuchsanordnung zu finden. Seit drei Jahren schicken sie nun immer wieder mal Neutrinos vom CERN in der Schweiz los, die dann im italienischen Gran Sasso empfangen werden. Das Problem: Die Dinger sind zu schnell.

Es geht hier um eine Strecke von rund 730 Kilometern. Und die Neutrinos kommen immer so 60 Nanosekunden zu früh an, erklärte Antonio Ereditato, Sprecher des Forscherteams, in einem für andere Verhältnisse angenehm unaufgeregten ‘Reuters‘-Beitrag. Das klingt nicht besonders viel. Aber hier geht es drum, dass die Neutrinos 60 Nanosekunden schneller da sind, als die Lichtgeschwindigkeit es zulassen würde. Und die ist ja laut Einstein die absolute Höchstgeschindigkeit.

“Wir haben großes Vertrauen in unsere Ergebnisse. Wir haben überprüft und wieder überprüft, was unsere Messungen gestört haben könnte, aber wir haben nichts gefunden”, so Ereditato. “Wir brauchen Kollegen, die das unabhängig nachprüfen.” Er wolle noch gar nicht darüber nachdenken, was es hieße, wenn die Messungen von anderen bestätigt würden.

Auch wenn der Reuters-Autor hier mal in einem Satz die Folgen der ganzen Geschichte für die Frage von Zeitreisen anreißt, muss man doch sagen: “Respekt!” Man kann also auch bei schwerwiegenden Fragen sachlich bleiben, während andere wegen Kleinigkeiten durchdrehen. Und falls nicht irgendwo der Schwachpunkt an dem Experiment gefunden wird und die Neutrinos tatsächlich schneller sind als vorgesehen: Dann muss halt Einstein hinterfragt werden. Kann passieren. Wir sind ja hier nicht beim Papst-Besuch.

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