Staatenbildende Insekten sind faszinierend. Superorganismen, in denen das einzelne Individuum wenig zählt, die Kolonie aber alles. Ich bin in der letzten Zeit über Bienen zu Ameisen gekommen und schwer beeindruckt. Mit absoluter Präzision nimmt in den Völkern jedes Tier seine Rolle ein zum Wohle des Ganzen.

Eine der – nach menschlichen Maßstäben – wohl abgefahrendsten Verhaltensweisen wurde nun bei einer neu entdeckten Termiten-Art in Französisch Guiana beobachtet. Die Arbeiterinnen der Neocapritermes taracua tragen auch im hohen Alter, wenn sie nicht mehr ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können und ohnehin bald sterben, etwas zum Erhalt des Staates bei.

Im Laufe ihres Lebens sammeln sie in ihren Körpern eine Substanz aus blauen Kristallen an – eine Chemikalie mit Kupfer-Anteilen. Wird die Kolonie angegriffen, stehen diese Termiten dann in der ersten Verteidigungsreihe. Wagt es ein Angreifer, sie zu beißen, wird die Substanz, die in einer Zwei-Komponenten-Reaktion mit anderen Ausscheidungen zum tödlichen Gift wird, freigesetzt. Die Abwehr von Feinden funktioniert hier also vor allem durch selbstmörderische Rentner. Im Gegensatz zu Bienen, die nach dem Stich auch sterben, trifft es hier die Mitglieder des Staates, die ohnehin nicht mehr den größten Beitrag sonst liefern können.

Um aber noch einmal zu den Ameisen zurückzukommen: Es gibt da eine wunderbare Doku, die sehr sehenswert ist:

(Quelle: Nature)

 

An dieser Stelle mal ganz großen Respekt an den Nachwuchs. Brittany Wenger aus Florida hat beim “Google Science Fair” faktisch alles andere locker weggefegt und den ersten Platz belegt. Und das passt gerade alles: Eine junge Frau, sie ist erst 17, zeigt mit Hilfe ihrer Kenntnisse über Software-Entwicklung mal eben der medizinischen Forschung, was man so besser machen kann.

Ihr Projekt: Brittany hat auf Grundlage der Erkenntnisse der Informatik über neuronale Netze eine künstliche Intelligenz entwickelt, mit der sie die Analysedaten aus der Brustkrebserkennung fütterte. Ihre Software konnte dazulernen und schaffte es letztlich, korrekter vorherzusagen, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht, als der Test bisher. Die Genauigkeit liegt bei ihr inzwischen bei nur einigen hundert Proben bei 99,11 Prozent. Die Software hat sie nun öffentich bereitgestellt und hofft, mit der Übermittlung von mehr Ergebnissen, zu noch besseren Analysen zu kommen.

 

Die Erdbeobachtungs-Satelliten des Landsat-Programms sind nun 40 Jahre im All und fotografieren die Erde. Bei Google hat man sich mal hingesetzt, und die einzelnen Aufnahmen zu Zeitraffer-Filmen zusammengesetzt. Das ist schon eindrucksvoll: Man sieht wie Städte wie Las Vegas wachsen und dabei der Umgebung das Wasser entziehen und wie der Aralsee in Russland oder die Regenwälder sich auflösen. Leider gibt es nur Bildmaterial über zehn Jahre hinweg, aber auch das ist allein schon krass:

 

In Sachen Kernenergie bin ich ja schon Fundamentalist. Das ist meiner Ansicht nach nichts Gutes. Aus diversen Gründen. Aber ich finde es prima, dass die AG Nuklearia der Piratenpartei sich da mal Gedanken macht. Die Gruppe ist der Energiegewinung aus “Atomstrom” nicht ganz abgeneigt und sie haben einige wohl ganz kluge Ideen, unter anderem, wie man mit Atommüll umgeht.

 

Der Urlaub ist vorbei und die angestauten Aufgaben sind soweit durch und es ist einiges passiert. Auf Einiges muss ich ja nun nicht mehr eingehen…oder eben später. Je Nachdem. Immerhin gab es offenbar genug, das folgende Meldung eher für weniger Empörung bei den üblichen Verdächtigen sorgte: Eine Qualle aus Silikonfolie und Zellen aus einem Rattenherz nachbauen.

Genetisch ist es eine Ratte, ansonsten in vielen Belangen eine Qualle. Wissen die beteiligten Wissenschaftler zu berichten. Die Erkenntnisse sollen helfen, eines Tages nach dem gleichen Prinzip bessere künstliche Herzklappen zu bauen. Sieht zumindest cool aus:

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