Das ist doch mal eine ordentliche Technologie-Umwidmung: Die US-Geheimdienste haben der NASA zwei Spionage-Satelliten überlassen. Die Satelliten sind im Grunde fliegende Teleskope, die noch nicht ins All geschossen wurden, sondern noch irgendwo rumlagen. Die können nun also für Forschung statt für Überwachung eingesetzt werden.

Was aber doch zumindest für eine hochgezogene Augenbraue sorgt: Die beiden Teleskope haben die Größe und Leistungsfähigkeit des Hubble Space Telescope! Da plagt sich die Forschung über Jahre ab, solch ein Teleskop in den Orbit zu kriegen, mit dem inzwischen echt wichtige Erkenntnisse gewonnen werden konnten. Und Geheimdienste haben solche Teile im Doppelpack in der Garage liegen. Mal abgesehen davon, dass da mit Sicherheit auch welche oben rumfliegen, die gucken können, ob der Zuckerwürfel im Tee vor uns schon fertig aufgelöst ist. Bäh!

(Hubble-Foto vom Carina-Nebel)

Für die NASA heißt das nun allerdings erstmal noch nicht, dass Hubble einfach angelöst werden kann. Die Satelliten haben einerseits etwas andere Spezifikationen, die erstmal angepasst werden müssen. Außerdem sind da noch keine Aufnahme-Instrumente drin. Und entsprechende Missionen mit dem ganzen Background zur Auswertung der gewonnenen Daten müssen auch erstmal geplant und organisiert werden. Aber gut. Immerhin ein Anfang.

(Quelle: Washington Post)

 

Das große Ereignis dieses Jahres hat begonnen: Der Venus-Transit. Unser Nachbarplanet Venus schiebt sich zwischen uns und der Sonne durch. Hier ist der Anfang zu sehen, wie der Planet oben links in die Sonnenscheibe eintritt.

Von Deutschland aus ist das heute morgen sehr früh direkt nach Sonnenaufgang noch mit bloßem Auge zu beobachten, wenn die Wolken nicht im Weg sind. Ihr solltet aber eine von diesen Brillen dabei haben, mit denen man vor einigen Jahren die Sonnenfinsternis beobachten konnte. Dann sieht man die Venus, die sonst immer als erster “Stern” am Himmel auftaucht, als dunklen Punkt über die Sonne wandern. Um dieses Schauspiel noch einmal zu sehen, muss man sehr alt werden. Erst 2117 ist es wieder soweit.

(Bild: Michel Breitfellner and Miguel Perez Ayucar/ESAC)

 

Hätten wir doch bloß nicht nachgeschaut! Aber wir haben es getan – mit dem Hubble Space Telescope. Und nach dem, was es da zu sehen gab, haben die Astronomen Roeland van der Marel und Sangmo Tony Sohn vom Space Telescope Science Institute in Baltimore nun errechnet, dass Andromeda mit unserer Milchstraße kollidieren wird. Da rast also eine komplette Galaxie auf uns zu. Kopf einziehen hilft da eher nicht.


(Andromeda, lightclad on Flickr)

Die gute Nachricht: Bis es soweit ist, dauert es noch so 4 Milliarden Jahre. Zur Zeit ist Andromeda noch so etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt. Die zunehmende Annäherung war schon länger bekannt, allerdings war nie so wirklich klar, ob zu einer Fusion der beiden Galaxien kommen wird, oder sie sich beispielsweise nur im Vorbeiflug etwas streifen. Jetzt ist aber ziemlich klar: Es kommt zum Crash. Wegen der großen Entfernungen zwischen den Sternen in so einer Galaxie wird es wohl aber in den meisten Regionen so sein, dass man von der Sache nicht viel mitbekommen. Vielmehr mischt sich alles etwas neu und nach weiteren zwei Milliarden Jahren werden Milchstraße und Andromeda zu einer Sterneninsel verschmolzen sein.

Die Leistung der Astronomen ist dabei nicht zu verachten. Um die genauen Flugvektoren auszurechnen haben sie die Bewegungen von insgesamt rund 15.000 Sternen in Andromeda über einen längeren Zeitraum beobachtet. Dabei zeigte sich, dass es eine kleine Chance gibt, das noch vor Andromeda auch die Zwerggalaxie M33 auf die Milchstraße treffen wird. Wenn alles vorbei ist, wird unser Sonnensystem dann wohl mit einer 10-prozentigen Wahrscheinlichkeit in einer entlegenen Region der verschmolzenen Galaxie liegen. Aus den Beobachtungen wollen die Astronomen nun durch Berechnungen in die andere Richtung weitere Erkenntnisse über das Entstehen der Lokalen Gruppe gewinnen, also der Ansammlung von Galaxien in unmittelbarer Nachbarschaft von Milchstraße und Andromeda. (Quelle: ‘Nature‘)

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