Die New Yorker Schulbehörde kümmert sich darum, dass Kinder möglichst gut in Watte gepackt werden. Keinesfalls sollen sie mit irgendetwas konfrontiert werden, was nicht in ein flauschiges Weltbild passt oder gar ihrer Religion widerspricht. Entsprechend gibt es eine Liste, welche Themen Verlage von Arbeits- und Test-Unterlagen nicht thematisieren sollen.

So dürfen beispielsweise keine Aufgaben gestellt werden, in denen Dinosaurier vorkommen. Hier sieht man offenbar drohende Konflikte mit fundamentalistischen Christen. Entsprechend meidet man auch Feiertage mit religiösem Hintergrund – angefangen beim satanistisch angehauchten Helloween bis sogar hin zu Weihnachten. Sogar Geburtstage sollen ausgeklammert werden, weil diese von den Zeugen Jehovas nicht gefeiert werden.

Aber auch sonst will man den Kindern keine Konfrontation mit Problemen zumuten. Auf der Blacklist tauchen auch Computer im Haushalt und Swimming Pools im Garten auf – denn das könnte Kinder aus ärmeren Familien missmutig machen. Ansonsten kommen natürlich Themen wie Krankheiten, Behinderungen, Scheidungen, Kriminalität usw. vor. Eine komplette Liste gibt es bei der ‘New York Post‘.

Keine Ahnung, was hinter so etwas für ein Menschen- und Gesellschaftsbild steht. Allerdings dürfte es nicht gerade dazu beitragen, Heranwachsende zu starken, selbstbewussten Menschen zu machen, wenn man ihnen möglichst jeden Konflikt in der großen bösen Welt vorenthält.

 

Die Leute am European Southern Oberservatory (ESO) haben entdeckt, dass es auf der Erde Leben gibt. Klingt komisch, ist aber so. Diese Glanztat ist ihnen mit dem Very Large Telescope vom Paranal-Observatorium gelungen, das in Chile auf einem Anden-Hochplateau steht. Und wie es sich für richtige Science-Nerds gehört, haben sie nicht einfach die Tür aufgemacht und rausgesehen. Das wäre zu unsicher gewesen, schließlich sind sie da in der Wüste. Sie kamen stattdessen auf die Idee, einen kleinen Umweg über den Mond zu nehmen.

Klingt alles seltsam, hat aber wie so einiges, dass im Wissenschaftumfeld komisch wirkt, durchaus seinen Sinn. Es geht darum, nach Methoden zu suchen, mit denen sich auch auf Planeten, die in anderen Sonnensystemen liegen, darauf untersuchen lassen, ob es auf ihnen Leben gibt. “Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird zurück ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond. Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht”, erklärte Michael Sterzik von der ESO.

In dem schwachen Restlicht wird nach so genannten Biosignaturen gesucht. Denn komplexe organische Verbindungen hinterlassen im Licht ihre Fingerabdrücke. Und die will man auch im Licht von Exo-Planeten suchen, die von ihrem Stern angestrahlt werden. Und bei der Analyse des schwachen Restlichts, das erst auf die Erde, dann auf den Mond und dann ins Teleskop fällt, konnte man immerhin schon erkennen, dass es Ozeane gibt und wie dicht die Wolkendecke gerade ist. Insofern: Wenn ihr mitbekommt, dass Wissenschaftler irgendwas total seltsames tun, besser erstmal nachfragen, bevor man sie einweist. ;)

(Bild: ESO/L. Calçada)

 

Die Spitzenpolitik hat es heute erneut verbockt. Und ich bin einmal mehr enttäuscht. Dabei ging es gar nicht um das übliche Hickhack, bei dem man ohnehin nichts mehr erwartet. Sondern schlicht um eine ganz einfache Regelung, von der tausende Menschenleben abhängen: Die Frage, wer Organspender ist.

Bisher läuft die Sache so, dass man freiwillig Organspender werden kann. Das heißt: Wenn man stirbt, erteilt man über eine Einwilligungserklärung die Erlaubnis, dass noch brauchbare Nieren, Herzen oder anderes an Bedürftige weitergegeben werden. Dafür muss man aber bewusst selbst aktiv werden und sich einen Organspendeausweis ausdrucken und den dann möglichst in der Geldbörse aufbewahren.

Die grundsätzlich bessere Lösung wäre hingegen ein Opt-out-Verfahren: Jeder, der sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht – wir nehmen ja Rücksicht auf etwaige religiöse Befindlichkeiten – ist Organspender. Punkt. Das würde die Hürden verschieben. Umfragen ergeben, dass ohnehin 70 Prozent der Bevölkerung im Grunde dazu bereit sind, nach ihrem Tod Spender zu sein. Trotzdem sinken die Spenderzahlen. Einfach weil viele zu bequem oder vergesslich sind, sich einen Ausweis auszudrucken und auszufüllen.

Der nun zwischen Regierung, Regierungsfraktion und Opposition ausgehandelte Weg ist aber mal wieder das Blödeste, was passieren konnte. An der bisherigen Regelung ändert sich gar nichts. Statt dessen sollen alle Bürger regelmäßig angeschrieben und gefragt werden, ob sie nicht doch einen Spenderausweis ausfüllen wollen. Das kann die Zahlen vielleicht etwas verbessern, löst aber vermutlich nicht wirklich grundlegend das Problem – denn Post, bei der es egal ist, wie man mit ihr umgeht, landet früher oder später ohnehin im Müll. Mittelfristig werden also weiterhin jene Organspender sein, die sich bewusst dafür entscheiden, entsprechend aktiv zu werden.

Also haben wir weiterhin viele Kranke, die auf den Wartelisten stehen – und zu einem guten Anteil einfach sterben werden. Etwa 12.000 sind es derzeit. Begründet wird die jetzige Entscheidung mit der Phrase “Kein Zwang”. Aber sorry, dass ist Bullshit! Es würde niemand zu etwas gezwungen, was ihm zu dem Zeitpunkt, an dem es passiert, in irgendeiner Form interessieren würde. Denn da ist man bereits tot. Und ob man nun mit einer Niere mehr oder weniger verbuddelt oder verbrannt wird, ist dann auch Wurst.

Wer sich einen Organspendeausweis zulegen oder sich weitergehend informieren möchte, bitte hier entlang.

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