Oh, das ist ja fast untergegangen und war auch gar nicht so präsent: Da wurde gerade ein ziemlich einzigartiges Ereignis beobachtet. Der Komet Lovejoy machte seinem Namen alle Ehre und hat die Sonne geküsst. Entgegen aller Erwartungen hat er das sogar überlebt.

Der Komet wurde erst am 2. Dezember von einem Amateurastronomen entdeckt. Als man Klarheit über die Flugbahn bekam, wurde so einiges in Bewegung gesetzt. Gleich fünf Satelliten der NASA und der ESA wurden zur Beobachtung abgestellt. Denn die Flugbahn zeigte ein Stück weit in die Atmosphäre der Sonne hinein. Man schätzte den Kometenkern auf eine Größe von 100 bis 150 Meter und es war wohl im Grunde allen klar, dass dieser in der Gluthölle einfach schmelzen und vergehen würde.

Allerdings kam der Komet dann plötzlich wieder auf der anderen Seite der Sonne heraus. Er war also wohl doch ein gutes Stück größer und ein Teil hat den Flug überstanden. Vermutlich kam ihm dabei noch zugute, dass er von einer Plasma-Welle abgeprallt ist oder der Kurs sich durch einen magnetischen Sturm etwas veränderte. Jetzt fliegt Lovejoy wieder von der Sonne weg und wird wohl noch kurzzeitig zu sehen sein. Na dann, gute Reise…

 

Gemeinhin ist davon die Rede, dass die Oberfläche des Mondes keinen Veränderungen unterliegt – wenn nicht gerade ein Meteorit einen neuen Krater schlägt. Denn die von der Erde bekannte Erosion gibt es nicht, da ja keine Atmosphäre mit Wind und Regen vorhanden ist. Nun stellt sich aber heraus, dass das so nicht ganz stimmt.

Sputtern wird der Prozess genannt. Und dieser wirkt wie ein feiner Sandstrahl. Sonnenstürme schießen sehr schnelle Partikel durch das Weltall und vor allem die vergleichsweise schweren Helium-Ionen schlagen Atom für Atom winzige Stückchen aus der Mondoberfläche. An nur zwei Tagen kann der Mond so immerhin 200 Tonnen Material verlieren, hat man bei der NASA in Simulationen ausgerechnet. 2013 soll die Mondsonde “Lunar Atmosphere and Dust Environment Explorer” (LADEE) genaueres herausfinden. (Wissenschaft aktuell)

(Bild: NASA)

 

An der Technischen Universität Dresden kann man allerlei interessante Dinge lernen. Das ist durchaus nicht nur auf Naturwissenschaft und Technik beschränkt, sondern zieht auch es gibt auch Links zu Geisteswissenschaften und so. Das ist ganz gut so, denn es war ja auch eine Lehre aus der Nazi-Zeit, dass reine Fachidioten, die nicht über den Tellerrand blicken, nicht erstrebenswert sind. Was mir dann aber doch zu weit geht, wenn an einem Ort der Wissenschaft Dinge als wissenschaftlicher Stoff gelehrt werden, die bisher eben noch keiner wissenschaftlichen Untersuchung auch nur im Ansatz standhalten konnten. Und damit fängt die TU Dresden nun offenbar auch an.

“Die Seminarteilnehmer sollen ein Verständnis der Methode der klassischen Homöopathie zur Selbstbehandlung in Akut- und Notfällen zu erlangen”, heißt es in der Werbung für eine Lehrveranstaltung (Seite 18). Hallo? Es ist ja wohl eine Sache, mit Zuckerkügelchen, die nachweisbar keinerlei Wirkung haben, einen Schnupfen zu behandeln. Der dauert ohnehin so lange er eben dauert. Meinetwegen auch psychosomatische Zipperlein. Aber Akut- und Notfällen mit Scharlatanerie beizukommen, ist wohl keine besonders prickelnde Idee. Und das auch noch als Wissenschaft zu verkaufen erst recht nicht! Continue reading »

 

Na nun wird’s bunt. Oder hell. Je nachdem. Zumindest gibt es da einen italienischen Mathematiker, der meint, die Galaxien-Rotation könnte vielleicht doch ohne dunkle Materie erklärt werden. Er liefert da auch gleich komplizierte Formeln mit, die ungefähr zum gleichen Ergebnis kommen, wie die Beobachtungen. Mangels Kenntnissen in höherer Mathematik (zumindest auf dieser Höhe) kann ich das nicht im Detail nachvollziehen.

Nun ja, vielleicht geht es ja doch ohne dunkle Materie, die ja ohnehin nur als Annahme existiert – so als Konstrukt, weil das uns bekannte Universum anders funktioniert, als es dürfte. Trotzdem sollte man da erstmal skeptisch bleiben, bis sich da mal ein paar mehr Leute mit Ahnung zu der Sache äußern.

Aber die Gelegenheit ist ja zumindest günstig, mal etwas dazu zu sagen, warum man überhaupt die Existenz der dunklen Materie annimmt. Continue reading »

 

Unter dem Titel “NASA-Studie: Tausende Asteroiden gefährden die Erde” bereitet uns heute zur Abwechslung mal die AFP auf den nahenden Weltuntergang vor. In dem Bericht geht es um das NASA-Projekt “Spaceguard”, das die Katalogisierung und Beobachtung von Asteroiden zum Ziel hat, die der Erde nahe kommen könnten.

Rund tausend große Brummer sind nun in den Datenbanken enthalten, hinzu kommen natürlich noch recht viele kleinere, die durchaus auch Schäden anrichten könnten, wenn sie auf die Erde fallen. Und da ist eben dieses Wörtchen “wenn”. Die Wahrscheinlichkeit ist eben nicht gerade besonders hoch. Zwar klingen tausend Stück recht viel. Eines von ihnen müsste aber zufällig genau dann die 900 Millionen Kilometer lange Erdbahn kreuzen, wenn sich unsere kleine Kugel in ihrem Einjährigen Umlauf zufällig auch gerade an dieser Stelle befindet. Letztlich ist das eben sehr unwahrscheinlich.

Außerdem sind die Bahnen der Asteroiden bekannt und können sehr genau berechnet werden. Das zeigte sich ja gerade kürzlich, als von den Astronomen nichtmal jemand in Aufregung verfiel, als ein Asteroid deutlich innerhalb der Mondbahn an der Erde vorbeiflog. Sollte es wirklich mal gefährlich werden, ist mit ziemlicher Sicherheit auch noch genug Zeit, um Gegenmaßnahmen zu treffen. Und nein, da fliegen dann keine smarten Jungs mit einer Atombombe hin. Das Ding wird dann vielleicht eher einfach weiß angemalt. Doch dazu mal später. Oder ihr hört euch die Raumzeit-Folge “Asteroiden und Kometen” an.

 

Dem Very Large Telescope (VLT) der ESO ist der am schnellsten rotierende bekannte Stern ins Netz gegangen. Der extrem massereiche und helle junge Stern befindet sich in unserer Nachbargalaxie, der Großen Magellanschen Wolke, in einer Entfernung von etwa 160.000 Lichtjahren von der Erde. Die Astronomen gehen davon aus, dass der Stern eine bewegte Vergangenheit hat: Vermutlich befand er sich ursprünglich in einem Doppelsternsystem und wurde herausgeschleudert, als seine Partner als Supernova explodierte.

Der Stern trägt die Bezeichnung VFTS 102. Messungen zeigen, dass er mit einer enormen Geschwindigkeit rotiert – die Äquatorregionen der Oberfläche bewegen sich dabei mit mehr als 2 Millionen Kilometern pro Stunde um das Sternzentrum. Das entspricht mehr als der 300fachen Rotationsgeschwindigkeit unserer Sonne. Der Stern ist demnach kurz davor, durch starke Zentrifugalkräfte zerrissen zu werden.

 

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall hat bekannt gegeben, sein Demonstrationskraftwerk mit einem Verfahren zur Kohlendioxidabscheidung (CCS) doch nicht zu bauen. Ich begrüße das. Und ich gratuliere all den Brandenburgern und darüber hinaus, die dagegen Widerstand geleistet haben. Dazu kurz meine Beweggründe, die ich natürlich gern zur Diskussion stelle.

Das erste Mal fiel mir der Begriff CCS auf, als Vattenfall damit Werbung machte, in meiner einstigen Heimat, der Niederlausitz, ein CO2-freies Kohlekraftwerk bauen zu wollen. Jeder, der auch nur einen Ansatz davon versteht, wie das mit der Strom-Erzeugung aus fossilen Brennstoffen funktioniert, sollte an dieser Stelle hellhörig werden. Ein Kohlekraftwerk, wo hinten nicht CO2 rausfällt, geht natürlich nicht. Sie wollten es halt nur nicht mehr in die Luft pusten, sondern hochgradig in Wasser gelöst, tief unter die Erde verpressen. Es ist also nicht einfach nicht da, sondern nur woanders. Continue reading »

 

Jetzt wird die Wahrheit ja bald ans Licht kommen. Dass die Bundesregierung nämlich schon lange von UFOs weiß. Und vermutlich, dass längst Außerirdische mitten unter uns leben. Und hin und wieder Doktorarbeiten fälschen oder etwas in der Art. ;)

Zumindest hat jetzt das Verwaltungsgericht Berlin entschieden (Aktenzeichen VG 2 K 91.11), dass ein interessierter Berliner Einsicht in die vom Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages erstellte Ausarbeitung “Die Suche nach außerirdischem Leben und die Umsetzung der VN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischen Lebensformen” nehmen darf. Der Bundestag prüft nun, ob man in Berufung geht. Warum man sich so sträubt ist unklar. Vielleicht ist es den Verantwortlichen nach guter deutscher Sitte einfach peinlich, bisher noch keinen Erfolg bei der Suche gehabt zu haben.

Auf den Seiten der Eso-Fraktion und dem, was da so im Dunstkreis dazugehört, wird das Urteil natürlich groß abgefeiert. Was etwas unter den Teppich gekehrt wird: In dem Verfahren geht es gar nicht darum, ob die deutsche Regierung “geheime UFO-Akten” offenlegen muss, sondern ob das Informationsfreiheitsgesetz nicht nur für Behörden, sondern eben auch für Dokumente gilt, die von Einrichtungen des Bundestages erstellt wurden. Denn der Wissenschaftliche Dienst nimmt mit seinen Papieren ja auch Einfluss auf die Politik. Genaueres beim Fachmann.

 

Seit im Jahr 2009 das Weltraumteleskop Kepler startete, hat die Suche nach Planeten, die um andere Sterne kreisen, ein Werkzeug erhalten, dass alle bisherigen Möglichkeiten übertrifft. Rund tausend Kandidaten hat man damit inwzischen entdeckt und die Zahl der bekannten Exoplaneten damit verdoppelt. Es ist nun also fast nichts besonderes mehr, wenn noch einer dazukommt.

Aber manchmal eben doch. Gesehen werden nämlich meist erstmal die großen Brocken. In zehn Fällen hat man aber Hinweise auf Planeten in relativer Erdgröße erhalten, die auch noch in der habitablen Zone um ihre Sterne kreisen – dort also, wo nicht zuviel aber ausreichend Energie hinkommt, damit es flüssiges Wasser gibt Es waren aber eben erst einmal Kandidaten – man musste also nochmal genauer beobachten, ob es da nicht irgendeinen Messfehler gab oder irgendwas grad durchs Bild flog.

Eine Bestätigung gab die NASA aber nun für Kepler-22b. Dieser ist ungefähr 2,4 mal so groß wie die Erde. Unklar ist noch die Beschaffenheit. Wenn es ein Gas-Planet wäre, ist die Chance, dass er Leben beherbergt wohl recht gering. Aber vielleicht hat er ja auch eine flüssige oder felsige Oberfläche und könnte so einen Lebenraum bieten. Das wird man aber wohl so schnell nicht herausfinden. Direkt anschauen kann man Kepler-22b nämlich nicht. Man weiß nur, dass er da ist, wie seine Umlaufbahn etwa aussieht und wie groß er ist, wenn er gerade zwischen uns und seinem Stern vorbeizieht und dessen Leuchtkraft damit etwas abschwächt.

(Bild: NASA/Ames/JPL-Caltech)

 

Wenn euch immer noch ein Rätsel ist, was die Leute am CERN ind Genf mit ihrem Teilchenbeschleuniger eigentlich wirklich tun, dann bekommt ihr das hier von Boris Lemmer auf höchst amüsante Art erklärt. Mit dem Vortrag gewann er immerhin den ScienceSlam 2011. Aber auch die anderen Beiträge dort sind wirklich sehenswert.

© 2011 hedrik.de Suffusion theme by Sayontan Sinha