Mein Kollege Michael Diestelberg hat sich in seinem Blog ‘Modern Health‘ mit einem Artikel von Jared Diamond beschäftigt. Und ich glaube, ihm ist dabei – aus gutem Willen – ein gewaltiger Fehlschluss unterlaufen. Passend zum Titel “The Worst Mistake in the History of the Human Race” stellt Diamond hier einige recht provokante Thesen auf – die meiner Ansicht nach aber eben genau das sind: Ein bisschen polemische Provokation. Daraus “eine wissenschaftliche Erklärung für die positiven Auswirkungen, die die radikale Ernährungsumstellung mit sich bringt” zu machen, hier für die so genannte Paleo Diet, mit der der Blog-Autor selbst sympathisiert, ist gelinde gesagt deutlich überzogen.

Diamond, der sich der Menschheitsgeschichte aus evolutionsbiologischer und geographischer Richtung näherte, und damit unzweifelhaft zu Erkenntnissen führte, die herkömmliche Historiker so nicht liefern konnten, greift in dem Artikel den großen historischen Schritt von einer Lebensweise als Jäger und Sammler hin zur Sesshaftigkeit auf. Der zentrale Punkt dabei ist die Entwicklung der Landwirtschaft.

Dies bildete den Ausgangspunkt für einen tiefgreifenden revolutionären Sprung in der Entwicklung des Menschen: Das Ende der Urgesellschaft und das Entstehen dessen, was wir als Zivilisation bezeichnen. Eines ist richtig: Von den Folgen dieser bisher größten Revolution in der Geschichte des Menschen haben wir uns bis heute nicht erholt. Das werden wir erst mit der nächsten großen Umwälzung, die nicht weniger bedeutend sein wird – doch dazu später. Continue reading »

 

Liebe Schulabgänger, ihr habt noch keine richtige Vorstellung, was ihr für eine Ausbildung machen wollt? Dann erinnert euch doch mal an früher zurück – an die Phase im Leben, wo jeder gern Astronaut werden wollte. Nun, die NASA sucht genau dafür gerade Nachwuchs:

 

Ich weiß nicht aus welchem Grund, aber offenbar gibt es ganz ähnlich wie in den Nachrichten auch in Sachen Schwachsinn irgendwie so Wellen von Themen, die schwerpunktmäßig aufpoppen. Aktuell scheint gerade die Pseudomedizin etwas abzutauchen, dafür poppen nun die Elektrosmog-Paranoiker mal wieder hoch. In den letzten Tagen liefen mit da zumindest gleich einige Spezialitäten über den Weg. Continue reading »

 

Die Leute von der Harvard University können mal wieder mit einer echt coolen Erfindung aufwarten. Es geht um Materialforschung – genauer um Materialien für Oberflächen. Die haben jetzt etwas extrem rutschiges gefunden. In erster Linie geht es darum, dass man zu schmutzabweisenden Flächen kommt, an denen sich Dreck erst gar nicht festsetzen kann.

Allerdings denken sie da durchaus auch im praktischen Sinne weiter. Denn auch die Professorin Joanna Aizenberg kennt das Problem, dass man nie den letzten Rest Ketchup aus der Flasche bekommt. “Wenn wir ein Material wie unseres im Inneren der Flasche einsetzen, wäre es möglich, alles rauszubekommen”, sagt sie und räumt allerdings auch ein, dass der Haken an der Sache ist, dass der Inhalt auch deutlich schneller als gewohnt rausfließt.

Inspiriert wurden sie bei der Forschung von fleischfressenden Pflanzen, die in ihren Fängerkelchen ebenfalls eine ziemlich wenig haftende Oberfläche haben. Selbst Insekten, die normalerweise problemlos an Glasflächen hochlaufen, finden da keinen Halt und rutschen einfach in ihr Verderben. Der ‘Telegraph‘ hat da mal ein Video zur Demonstration des neuen Materials:

 

Andrew Chaikin, achtbarer Wissenschafts-Journalist und Autor des Buches “A Man on the Moon: The Voyages of the Apollo Astronauts”, hat mal eine Stellungnahme zu dem Fakt abgegeben, dass in den USA der Raumflug verstärkt in die Hände der Privatwirtschaft gelegt wird. Verschiedene Leute bis hinein in die höchsten politischen Kreise haben da ja etwas gegen. Und ich finde das auch aus mehreren Gründen problematisch. Aber Chaikin hat da mal auf einen nicht ganz unwichtigen Aspekt hingewiesen.

Er kritisiert, dass es vor allem im Ingenieursbereich der staatlich finanzierten NASA ein viel zu bürokratisiertes Herangehen an die bestehenden Probleme gibt. Da hane sich ein Denken zementiert, dass alles Expeditionen über den Erdorbit heraus halt das fette Space Launch System (SLS) der NASA benötigen – “Monster-Raketen zu Monster-Preisen”. Er zieht da mal Vergleiche zum Apollo-Programm.

Da habe es auch Leute gegeben, für die sich die ganze Frage des Mondflugs im Grunde nur darauf beschränkte, mit der Saturn 5 eine Rakete zu haben, die stark genug ist. Solch ein Denken ist aber für Chaikin ein massives Problem. “Beim Erbe von Apollo in seinem Kern geht es nicht um große Raketen, es geht um den Mut zu neuen, alles verändernden Ideen”, schreibt er.

Und genau die sind seiner Ansicht nach derzeit eben eher bei Firmen wie SpaceX zu finden, wo intensiv Hirnschmalz investiert wird, um die bestehenden Probleme durch neue Methoden und nicht einfach durch immer größeren Ressourcen-Einsatz zu lösen. Er kommt zu dem Schluss, dass der Geist von Apollo heute eher bei diesen Unternehmen zu finden ist, und plädiert dafür, dass man diesen die Chance gibt, aufzublühen.

 

Das will ich euch ja nicht vorenthalten: Wohl eines der meiner Ansicht nach beeindruckendsten Fotos, das je geschossen wurde. Sogar beeindruckender als die Hubble-Aufnahmen.

Das Foto hat Cassini gemacht, eine Sonde, die den Saturn erforscht. Ganz im Hintergrund ist der Saturn-Mond Titan zu sehen, direkt davor sein Partner Dione. Ganz rechts neben den Saturnringen, die hier fast von der Seite zu sehen sind, sieht man Pandora. Innerhalb der Ringe, in der so genannten Encke-Teilung, zieht Pan seine Bahn. Da er die in seiner Bahn fliegenden Ring-Partikel aufsaugt, ist dort eine Lücke entstanden.

 

Während hierzulande Pseudomedizin sogar zu den Leistungskatalogen der Krankenkassen gehört und auch Apotheker damit gut verdienen, leistet die Food and Drug Administration (FDA) der USA mal einen klaren Beitrag zur Aufklärung der Bevölkerung. Könnte man sich ja mal ein Beispiel dran nehmen.

(Ja, mir ist schon klar, dass deren Gesundheitssystem ansonsten nicht besonders prall ist.)

 

Die Aktion “Kirchenaustrittsjahr” läuft in zwei Tagen ab. Aber vielleicht gibt es ja noch den Einen oder Anderen, der noch den letzten Impuls benötigt. Daher hier mal noch ein Prachtexemplar von Leuten, mit denen man da in einem Verein ist. Es geht darum, dass der Düsseldorfer Bürger Andreas Vogt den Antrag stellte, die beiden Opfer (die Eine war gerade 16 Jahre alt) des letzten Hexenprozesses am Niederrhein von 1738 zu rehabilitieren. Der katholische Theologe Bernhard Meisen stellte einen Gegenantrag:

“Die Frauen waren wegen Gotteslästerung, Hostienschändung und sexueller Unzucht angeklagt. Dass beide Frauen in abergläubische Praktiken involviert waren, ist nach Stand der Akten unbezweifelt.” Und demnach sei “nach damaliger Weltsicht” der Tod auf dem Scheiterhaufen “so in Ordnung” gewesen.
Überhaupt empfände Meisen eine Rehabilitierung der Opfer “für ihn als Theologen als diffamierend”.

Beim zweiten Opfer, einer 47-jährigen Frau, lässt er da zwar schonmal einen gerade sein, aber das Mädchen da: Schuldig, ganz klar. Heute würde er zwar auch eher Therapie vorschlagen…allerdings wirkt das für mich irgendwie eher wie eine Schutzbehauptung, wenn man sich den Rest so ansieht. Ekelhaft! Übrigens: Der Antrag von Vogt wurde angenommen.

Man könnte an dieser Stelle sicher die Grundfragen der Religion diskutieren. Aber hey. Glaubt doch für euch, woran ihr wollt. Aber macht nicht mit einer Organisation, die gern solche Leute wie diesen Theologen – der mit ziemlicher Sicherheit kein bedauernswerter Einzelfall ist – als einen der Ihren hat, gemeinsame Sache. Man könnte Vergleiche herstellen, aber naja…

 

Bisher gab es ja schon so einige Ideen, wie man entdecken könnte, das irgendwo da draußen andere Zivilisationen existieren. Vor allem lauscht man halt nach Funkwellen, die nicht natürlich sein könnten (=>SETI@Home). Aber jetzt kam mal jemand auf eine Idee, die dann doch recht nahescheinend ist auf einmal. Es beginnt damit, dass wir uns die Erde bei Nacht angucken. So sieht da Europa beispielsweise aus der ISS aufgenommen aus:

Die Annahme ist nun: Intelligente Völker gehen nicht bei Sonnenuntergang ins Bett. Das ist eine recht simple Annahme, wen man sich auf unserer Welt mal so umschaut. Also müssen die Aliens ja dann auch Lichtkonzentrationen auf ihrer Nachtseite haben. Klar! So können wir also gucken, ob da draußen irgendwo beleuchtete Exoplaneten rumfliegen.

Ok. Aktuell gibt es zwei Probleme bei der Geschichte. Erstens ist unklar, in welchem Lichtspektrum die Aliens sehen. Gucken die anders als wir? Infrarot vielleicht oder ultraviolett? Dann müsste man die Beobachtung anpassen. Grundsätzlich ist das aber nicht das Riesenproblem. Die andere Geschichte ist die Leistung unserer Teleskope. Die reicht noch nicht. Aktuell könnte man wohl immerhin eine Stadt wie Tokio auf dem Pluto erkennen. Bis wir Planeten in anderen Sonnensystemen gut genug anschauen können, dauert es also noch etwas. Aber hey. Die Idee ist es mal wieder Wert!

 

Mal so gesehen – das stimmt mich grad bedenklicher als die Iran-Geschichte: Der Asteroid 2005YU55 fliegt heute grad mal ziemlich knapp vorbei. Der ist immerhin 400 Meter groß. Aber durchaus beeindruckend, dass man den Vorbeiflug in dieser Distanz so unaufgeregt hinnimmt, aber große Panik schiebt, wenn mal wieder jemand mit Kernspaltung rumspielt. Ich muss da mal drüber nachdenken, was mir bedrohlicher erscheint.

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