Mehrere Blogger aus dem englischsprachigen Raum haben in den letzten Wochen und Monaten Drohungen von einer angeblichen Krebs-Klinik in Texas erhalten. Angeblich würden sie diffamierende Inhalte verbreiten, die der “Burzynski Clinic” Schaden zufügen.

Die betroffenen Blogger gehören zum Umfeld der Skeptiker-Szene und betreiben unter anderem Aufklärungsarbeit hinsichtlich der fragwürdigen Methoden von Pseudo-Medizinern. Es handelt sich unter anderem um die Webseiten ‘Quackometer‘, die von Andy Lewis aus Oxford betrieben wird, und ‘Skeptical‘ von Rhys Morgan, einem Schüler aus Großbritannien. Continue reading »

 

Ein prima Video, um mal einen Eindruck davon zu bekommen, wie es sich mit den Größenverhältnissen so verhält. In diesem Sinne unterstütze ich vollständig die Forderung einer ganzen Reihe von Wissenschaftlern, dass Astronomie zum Pflichtfach an Schulen wird. Nicht etwa, damit irgendein Freak-Wissen irgendwie mit dabei ist, sondern weil die menschliche Hybris auf diese Weise doch stark geerdet wird.

Das ganze endet leider unkommentiert in der Supernova unserer Sonne, wo diese dann so groß wird, dass die Erdumlaufbahn in ihr liegt. Aber keine Panik, das passiert nicht 2012, sondern erst so in einigen Milliarden Jahren. ;)

 

Da steht sie nun: Eine Atlas 5. Und oben drin ist etwas richtig Tolles – das Mars Science Lab (MSL) oder auch der neuen Mars-Rover namens “Curiosity” (Neugier). Der Start soll morgen um 16:02 Uhr MEZ erfolgen.

Curiosity soll, so denn alles gut geht, im August kommenden Jahres auf dem Mars landen. Erstmals will man hierbei eine Punktlandung an einem vorher genau ausgewählten Ort hinlegen: Im Gale-Krater. Und die Pläne für die Landung sind schon extrem cool. Man setzt nicht mehr darauf, dass Fallschirme die Geschwindigkeit weit genug senken oder der Rover dick eingepackt in Airbags den Aufschlag übersteht. Statt dessen wird ihn ein fliegender Kran an die richtige Stelle bringen und sanft abseilen:

Das Fahrzeug wiegt 900 Kilogramm. Statt der jeweils vier Instrumente, die die beiden Vorgänger Spirit und Opportunity an Bord hatten, ist Curiosity mit zehn Instrumenten bestückt. Unter anderem soll er mehr Klarheit darüber bringen, ob es Spuren von ehemals existierenden Einzellern, also Leben, gibt. Die bisherigen Erkenntnisse aus den Missionen im Jahr 1976 waren hierzu recht widersprüchlich. Außerdem werden Klima und Geologie genauer untersucht. Nicht zuletzt besteht aber noch eine weitere wichtige Aufgabe: Die Messungen von Curiosity dienen der Vorbereitung einer bemannten Mars-Mission.

Einen umfassenden Überblick über die Mission bietet die entsprechende Webseite der NASA. Der morgige Start wird außerdem live übertragen.

(Update, 26.11.2011, 16:47) Die Saturn V hat einen perfekten Start hingelegt. Curiosity hat 45 Minuten nach dem Abheben eine saubere Trennung von der zweiten Raketenstufe durchgeführt und ist auf dem Weg zum Mars. Landung voraussichtlich am 6. August 2012 zwischen 6 und 7 Uhr morgens.

 

Folgendes Bild wurde am 11. März 2008 von Robert Garrett aufgenommen. Es zeigt die Szenerie kurz nach dem Start des Space Shuttle Endeavour von Cape Canaveral aus. Ich finde, es steht symbolisch für das, was der Aufbruch ins All für die Menschheit bedeutet. Daher: Ein Kunstwerk!

Ich trauere den Shuttles ja doch noch nach. Bei allen Problemen, die sie strukturell hatten, waren sie doch wirklich erhaben. Irgendwie cooler als die sinnvolleren, wenn aber auch eben schnöden Raketen. Aber Hauptsache, es geht weiter.

 

Mal (nur ein klein wenig) abseits von all dem hier etwas Persönliches: Der Beitrag zu Stanislaw Lem kam nicht nur, weil ich diesen sehr schätze, sondern auch, weil es auf meinen eigenen Geburtstag fiel. Und ich war wirklich gerührt davon, wie gut Leute einen Nerv treffen können. Vielen Dank daher an Julia dafür:

ABC Astronomie” gilt locker als Standardwerk für alle, die hier mal etwas tiefer einsteigen und auch mit nicht zu tiefgründigem (Anfangs-)Wissen verstehen wollen. Also los, klickts euch. Die Autoren versprechen Qualität.

 

An dieser Stelle will ich natürlich auch an ein nicht ganz unwichtiges Ereignis erinnern, das sich heute zum 60. Mal jährt. Am 23. November 1951 erschien mit “Astronauten” das erste Buch des in der Überschrift zitierten polnischen Autors Stanislaw Lem.

Lem schrieb Science Fiction. Zumindest sieht dies auf den ersten Blick so aus. Es ging nicht einfach um Geschichten mit wilden Spinnereien, sondern um Zukunftsvisionen, die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen, die technische Entwicklungen bieten und haben. Und um Humanität: “Wir brauchen keine anderen Welten, wir brauchen Spiegel”, sagte er.

Seinen anfänglichen Optimismus verlor er zusehends, weshalb der sich als den “enttäuschten Weltverbesserer” bezeichnete. In den düsteren Zeiten des kalten Krieges und der Verhältnisse in seiner Heimat Polen kann man ihm das sicher nicht übel nehmen. Hoffen wir also, dass uns, die wir selbst und unsere Zeit durchaus von ihm geprägt sind, dies erspart bleibt. Lem starb am 27. März 2006.

Sehenswert dieses Live-Feature über Stanislaw Lem auf dem 27. Chaos Communication Congress:

 

Die Wachablösung auf der ISS ist abgeschlossen. Gestern kam die letzte Crew, bestehend aus Sergei Wolkow (Russland), Michael Fossum (USA) und Satoshi Furukawa (Japan) zurück auf die Erde. Sie waren seit dem 7. Juni in Schwerelosigkeit – da ist es erstmal nicht so einfach, aus einer Kapsel zu klettern und irgendwohin zu laufen. Dafür sind deshalb andere zuständig, wie man in dem Video sehen kann. Am Anfang sieht man die Sojus-Kapsel von der ISS aus gefilmt beim Wiedereintritt nachts eine glühende Spur durch die Athmosphäre ziehen.

Und noch ein tolles Foto, um mal so einen Eindruck zu vermitteln: In solch einer Kapsel sitzt man also zu dritt mal eben zwei Tage, wenn man zur ISS fliegt. Und ihr beschwert euch, wenn der Bus mal etwas voller ist. ;)

 

In dieser Stadt spielen sich menschliche Dramen ab. Immer wieder. Der Ursachen und Gründe gibt es viele. Das neueste Beispiel: Ein Neugeborenes wurde offenbar kurz nach der Geburt aus dem fünften Stock in den Hinterhof geworfen – eingepackt in eine Mülltüte. Was genau geschehen ist, wird aktuell untersucht. Man kann spekulieren. War es Verzweiflung, eine psychische Störung des oder der Täter oder etwas noch viel Unerklärbares?

Man kann ein solches Ereignis aber auch nutzen, um seinem religiösem Wahn einfach freien Lauf zu lassen und die Tat im Sinne des eigenen Eifers relativieren. Die Fundamentalisten von ‘Kreuz.net – katholische Nachrichten‘ finden die Betroffenheit gegenüber dem Fall heuchlerisch. Denn: “In dem moralisch rückschrittlichen Deutschland wurden im Jahr 2010 mindestens 462 Kinder im alleine lebensfähigen Alter von Abtreibungsverbrechern legal ermordet.”

Sicher werden nun wieder einige Kuschelchristen sagen, dass das ja von einigen Verblendeten kommt. Das kann und will ich aber nicht gelten lassen. Es ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass die Werte unserer aktuellen Gesellschaft eben nicht aus dem Christentum kommen, sondern aus der Tradition des Humanismus und der Aufklärung. Daran hat sich die offizielle Kirche nur angepasst, um nicht unterzugehen. Das sollte man sich stets bewusst machen.

 

Das kommt ja wie gerufen. Für den Tag, an dem mir dann die Moral irgendwann weniger Wert ist als mein Konto, merke ich mir das hier mal vor: Der ‘Stern’ gibt “Starthilfe für Scharlatane” – sieben Punkte, die man beachten muss, um erfolgreicher Geistheiler oder irgendsowas zu werden. Made my day.

 

Seit einigen Tagen geistern Satellitenbilder von Google Maps durchs Netz, die seltsame, recht große Strukturen in chinesischen Wüstenregionen zeigen. Der Spekulationen, worum es sich dabei handeln könnte, gab es natürlich reichlich. Jetzt gibt es tatsächlich eine Erklärung, und die ist durchaus ziemlich abgefahren, wenn auch völlig schlüssig.

Jonathon Hill von der Arizona State University, der für die NASA unter anderem die Fotoaufnahmen von den Marsmissionen plant und auch Daten von Erdbeobachtungs-Satelliten auswertet, konnte Licht ins Dunkel bringen. Das sind nicht etwa geheime Testgelände oder Städte, die da aus dem Boden gestampft werden. Es handelt sich um Strukturen, die von chinesischen Spionage-Satelliten zur Kallibrierung ihrer Systeme und zur Orientierung genutzt werden. Die USA haben ähnliche Kallibrierungs-Markierungen in der Wüste von Arizona.

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