Heya. Der “Solar Orbiter” hat grünes Licht bekommen von den ESA-Mitgliedsstaaten. Das wird eine Raumfahrtmission, die näher an die Sonne geht, als alles, was es bisher gab. 42 Millionen Kilometer soll die Sonde an die Sonne rankommen. Zum Vergleich: Der schon ganz schön gebeutelte sonnennächste Planet Merkur ist 58 Millionen Kilometer entfernt. Da ist es dann also gehörig warm.

Der Solar Orbiter wird wohl in allem etwa eine Milliarde Euro kosten. Das musste jetzt bewilligt werden. Der Start soll 2017 erfolgen. Man nimmt dann zwei Instrumente der NASA mit und bekommt dafür die Rakete. Ist ein Deal. Dafür bekommen wir alle wohl Daten, die einiges in den Schatten stellen werden.

Einigen Leuten gegenüber sollte man das aber nicht erwähnen. Ich hatte grad erst die Debatte, dass es ja unsinnig ist, so viel Geld in Mars-Missionen zu stecken, wo doch eh klar ist, dass wir da nichts finden. Also Leben. Als ob es nur darum ginge…Dem kann man gerade heute nur antworten: “Stay Hungry, Stay Foolish!

 

Es gibt mal wieder einen neuen Versuch, dem Yeti auf die Spur zu kommen. Also den ersten richtig wissenschaftlichen seit 1958. Dieser Tage will ein internationales Team aufbrechen und in Sibirien suchen. Da soll es in den letzten 20 Jahren einen statistischen Ausreißer in entsprechenden Berichten aus der Bevölkerung gegeben haben. Man will also mal schauen, ob da vielleicht doch irgendeine kleine Neandertaler-Population oder etwas in der Art bisher unentdeckt in abgelegenen Landen überlebt hat.

Klingt erstmal nach einem Projekt, in dem sich irgendwelche seltsamen Pseudowissenschaftler auf ein Hirngespinnst eingeschossen haben. Aber da sind Leute aus den USA, Kanada, Schweden, Estland, der Mongolei und China dabei, also siehts auf den ersten Blick nicht grad nach einem Däniken-Verlagsteam aus. Besonders gute Quellen waren grad nicht zu finden. Fox-News und so…hehe. Die BBC ist auch aufgesprungen. Aber das sagt ja auch noch nichts. Also mal gucken.

 

Aber damit mal klar wird, dass auch in der Wissenschaft nicht alles rosig läuft und da diverse Interessen und Befindlichkeiten dafür sorgen, dass einiges nicht vorankommt: Michael Khan hat mal zusammengefasst, was die ESA in ihren Marsmissionen und der Zusammenarbeit mit der NASA dabei ausbremst: “NASA-ESA-Mars-Kooperation besteht Stresstest nicht

Das zieht sich vom Kaninchenzüchterverein bis in höchste Wissenschftskreise durch. Der kann mit dem nicht. Und der will andre nicht mit ranlassen. Oh man. Wie nervig!

 

Archäologen sind offenbar nicht nur dafür gut, irgendwo in der Erde zu buddeln und uns dann neben einem Haufen Klamotten und verrostetem Zeug etwas mehr Einblick in die Geschichte zu bringen. Sie tragen in Gegenden, in denen es grad nicht so gut läuft, auch dazu bei, bei den Menschen vor Ort nicht ganz unwesentliche Dinge wie Selbstbewusstsein zu fördern und alte Gräben zu kitten.

Denn die deutschen Archäologen gälten als stabilisierender Faktor: Das Institut in Kairo bietet zahlreiche Jobs, bildet einheimische Fachkräfte aus und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das ist an Ausgrabungsorten weltweit der Fall, doch gerade in Krisenregionen kann das DAI viel dazu beitragen, „Normalität herzustellen“, sagt DAI-Präsidentin Friederike Fless. Deshalb versuche man, nach gravierenden politischen Umbrüchen die Arbeit so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Das berichtet der ‘Tagesspiegel‘. Mal wieder ein schöner Fall in Sachen “weg mit dem Elfenbeinturm”. Und auch gerade in Bezug auf die kolonialen Grabräubereien und Kunstdiebstahle ein guter Weg der Wiedergutmachung.

 

Herzlichen Glückwunsch an Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess. Die drei Astronomen erhalten in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis. Ihr Verdienst: Sie haben nicht einfach nur irgendwie diese Sache mit dem sich schneller ausdehnenden Universum entdeckt. Es geht weiter. Die Schlussfolgerung ihrer Arbeiten ist die Existenz dunkler Energie.

Dunkle Energie ;)

Deren Existenz muss angenommen werden, da allein die bekannte Materie und Energie sowie die dunkle Materie nicht ausreichen würden, um das Verhalten des Universums zu erklären. Und das Krasse: Dunkle Energie macht 70 Prozent von allem aus, was es im Universum gibt. Trotzdem weiß noch keiner, worum es sich konkret handelt. Weitere Erkenntnisse sollen in den kommenden Jahren einige Raumfahrt-Missionen bringen. Genauer erklärt das Florian Freistätter im Blog ‘Astrodicticum Simplex‘…der kann das viel besser als ich, aber der ist ja auch Astronom und nicht nur ein Schreiberling mit gesundem Halbwissen.

Und um mal einige Kollegen draußen richtigzustellen. Die Messungen in der Sache erfolgten nicht durch Beobachtungen von Supernovae gleich großer erlöschender Sterne. Das wäre zwar theoretisch möglich, aber praktisch kaum, da wir gar keine Sternenkarten haben, in denen gleich große Sterne in anderen Galaxien verzeichnet sind, die jetzt mal explodieren könnten. Vielmehr handelt es sich um “Supernova vom Typ Ia”. Das ist die Neuzündung eines schon lange erloschenen Weißen Zwergs, der sich von einem Nachbarstern Materie geklaut hat. Da die Zündung charakteristisch ist und immer bei gleicher Masseanhäufung erfolgt, kann die viel leichter beoachtet werden. Ich mein, Fehler kann man machen, aber vorher ein wenig nachdenken, hilft manchmal auch. ;)

 

Am Donnerstag fand ja die jährliche Verleihung der Ig-Nobelpreise statt. Dabei handelt es sich sozusagen um den Kuriositäten-Preis der Forschung. Und insbesondere jene, die meinen, Wissenschaftler seien trockene, kühle Leute, die wenig Sinn für Humor und Selbstironie haben, sollte sich die komplette Veranstaltung einmal ansehen.

Die Verleihung findet an der altehrwürdigen Harvard University statt. Überreicht werden die Preise jeweils von echten Nobelpreisträgern. Wie es sich gehört, ist die Auszeichnung in den verschiedenen Kategoerien eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm, in dem viele Papierflugzeuge eine wichtige Rolle spielen, in einem kleinen Musical der Kaffee gewürdigt wird und man ein Date mit einem Nobelpreisträger gewinnen kann.

Jede dieser Veranstaltungen ist stets einer bestimmten Wissenschafts-Disziplin gewidmet. In diesem Jahr war es die Chemie. Das führt dann dazu, dass bei jeder Erwähnung des Wortes “Chemie” das Publikum jubelt. Hier mal die komplette Aufzeichnung der Veranstaltung (Wer sich die Spannung bewahren will sollte nicht tiefer scrollen, ansonsten im Anschluss eine Auflistung der vergebenen Preise):

Und das sind die Forschungsarbeiten oder Aktivitäten sowie die Preisträger der jeweiligen Disziplinen: Continue reading »

© 2011 hedrik.de Suffusion theme by Sayontan Sinha