Da soll noch mal einer behaupten, Raumfahrt hätte kein romantisches Potenzial: Die NASA wird einen ihrer Satelliten auf einen lauschen Segeltörn im seichten Sonnenwind schicken.

Eine der für 2015 und 2016 geplanten Missionen, bei denen es hauptsächlich darum geht, einige neuen Technologien zu testen, wird mit dem bisher größten Sonnensegel ausgestattet sein. Dieses ist 1.444 Quadratmeter groß. Der stetige Partikelstrom, der von der Sonne wegfliegt, soll das Sägel blähen und den Satelliten durchs All treiben.

In einem früheren Test kam mal ein 9,29 Quadratmeter großes Sonnensegel zum Einsatz. Man hofft, damit irgendwann einmal Satelliten auf sehr hohen, unstabilen Umlaufbahnen halten oder im tiefen Raum antreiben zu können.

 

Wesley Traub vom California Institute of Technology hat sich die ersten Daten, die das Weltraum-Teleskop Kepler geliefert hat, hergenommen und nachgeschaut, wie viele Sterne, die unserer Sonne ähneln, auch Planeten haben, die einerseits etwa so groß wie die Erde sind (also halb bis doppelt so groß) und in einer Entfernung zu ihrer Sonne liegen, in dem flüssiges Wasser vorhanden sein könnte. Und das sind gar nicht so wenig. Er hat das dann also mal hochgerechnet: Demnach könnten 34 plusminus 14 Prozent der besagten Sonnen einen oder mehrere entsprechende Planeten haben, so sein Ergebnis.

Allerdings könnte sich durchaus herausstellen, dass die 34 Prozent ziemlicher Quark sind. Wohl deshalb ist da auch gleich mal so ein großer, denkbarer Abweichungswert drin. Das eine Problem ist beispielsweise der recht kurze Beobachtungszeitraum von erstmal nur 136 Tagen. Relativ sichere Angaben kann man da bisher nur für Planeten machen, die eine Umlaufzeit von bis zu 42 Tagen haben. Für alle, die länger brauchen, wird es dann unscharf. Vielleicht waren ja gerade viele Planeten hinter ihren Sonnen. Außerdem wurden bisher 156.000 Sterne beobachtet. Das sind im galaktischen Maßstab recht wenige. Das ganze könnte also ein statistischer Ausreißer nach oben sein.

Es heißt also erstmal: Weiter abwarten und nicht gleich alles für voll nehmen. Aber wenn Traub halbwegs recht hat, hätten wir in der Milchstraße locker mal eine Milliarde passender Planeten. Das würde das natürlich auch bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass da irgendwo Leben entstanden ist, recht gut ist.

 

Was die Raumfahrt angeht, war das heute ein wichtiger Tag. China hat Tiangong-1 gestartet. Übersetzt heißt das soviel wie “Himmelspalast”. Es handelt sich um den Test-Prototypen für etwas, das später einmal eine dauerhaft bemannte Raumstation werden soll. Hauptsächlich geht es jetzt erstmal darum, zu erproben, wie man Docking-Manöver hinbekommt. 2013 holt man das Modul wieder runter, aber die Nachfolger sind schon geplant. Die sollen dann länger oben bleiben.

Einerseits zeigt sich hier, dass es durchaus vorangeht. Die nächste Nation verfolgt ambitionierte Ziele im All. Aber es gibt eben auch die Schattenseiten. China ist quasi gezwungen, ein solches Projekt allein zu stemmen. Denn, wie man hört, will insbesondere die USA nicht, dass die sich mit an die ISS andocken. Da geht es eher um politische als um technische Gründe.

So gesehen ist das verständlich: Die Verantwortlichen in den USA dürften schon angefressen genug darüber sein, dass sie auf die Russen angewiesen sind, wenn es darum geht, Menschen in den Weltraum zu bekommen. Und nun will auch noch China mitmischen.

Objektiv betrachtet sieht es aber anders aus: Stellt endlich mal euer Ego zurück! Wir arbeiten als Menschheit daran, von unserem kleinen Planeten mal ein Stück wegzukommen. Wie großartig wären wohl die Schritte, wenn jeder mit in den Hut wirft, was er kann.

Hier aber erstmal ein Beitrag zur ganzen Sache von ‘Al Jazeera’:

 

Kriminalität unter Jugendlichen nimmt zu, die Kids werden immer brutaler, ganz schlimm ist es bei den Migranten und den Leuten, die Gewaltfilme gucken und Killerspiele spielen. Kennt man ja. “Diese Aussagen sind alle falsch”, erklärt hingegen Dirk Baier vom Kriminologischen Institut Niedersachsen. Seit Jahren sind Fälle bei einer genauer Betrachtung rückläufig. Auch wenn man sich die einzelnen Bereiche ansieht. Lesenswerter Artikel vom Springer-Verlag. Also nicht Axel Springer, sondern der von der guten Seite der Macht. ;)

 

“Fomalhaut b” gilt als erster Exo-Planet, der im Bereich des sichtbaren Lichts beobachtet wurde. Das war im Jahr 2008 – oder genau genommen 2004 und 2006, 2008 erschien dann die entsprechende Veröffentlichung. Jetzt wird seine Existenz allerdings angezweifelt. Denn es gibt neuere Aufnahmen des Fomalhaut-Systems, auf denen das, was als Planet identifiziert wurde, nicht an der Stelle ist, wo es eigentlich sein sollte. Außerdem hätte er nach Annahme des kanadischen Astronomen andere Spuren in der Staubscheibe, in der er sich bewegen soll, hinterlassen, heißt es in der ‘Nature.

Der Entdecker des Planeten Paul Kalas, bleibt erstmal ruhig. Es gebe einen Wisenschaftler, der aus nichts eine Kontroverse konstruieren wolle, meint er. Die Abweichungen könnten seiner Ansicht nach daher rühren, dass unterschiedliche Instrumente des Hubble-Teleskops bei der Beobachtung im Einsatz waren. Ein weiterer Punkt – dass Fomalhaut b von den Infrarot-Teleskopen noch nicht gefunden wurde – könne außerdem daher rühren, dass das Sonnensystem dort älter und kälter ist, als bisher angenommen.

Wie auch immer die Geschichte ausgeht: Es bleiben trotzdem Aufnahmen eines spektakulären Sonnensystems: Der Stern und der umliegende Nebel tragen nicht umsonst den Beinamen: Das Auge Saurons.

 

Auf sowas konnten im Grunde ja nun wahrlich nur die Tee trinkenden Briten kommen: Kaffee als Treibstoff für Autos. Nicht solch ein Kaffee, der uns am Morgen antreibt. Klar. Die setzen Kaffeebohnen ein, die durch einen Vergasungs-Prozess gehen und dann den Motor antreiben.

Das Prinzip ist ja auch schon länger bekannt. Wegen Ölmangels in Deutschland wurden im 2. Weltkrieg ja auch Fahrzeuge mit Holzvergaser betrieben. Der Geschwindigkeitsrekord mit solch einem Antrieb, in dem Holzpalletts zum Einsatz kommen, liegt bei rund 75 km/h und wird von zwei US-Amerikanern gehalten. Der Brite erreichte mit seinem Coffee Car nun allerdings einen neuen Rekord von 107 km/h. Aber hätte man sich ja vorher denken können, dass Kaffee bedeutend mehr Power bringt als Holz. ;)

 

Bisher an mir vorübergegangen: Es gibt nun schon Spinner, die Milch für ganz doll schädlich halten: “Mit erstaunlicher Geschwindigkeit breitet sich derzeit eine Art Verschwörungstheorie gegen die Milch aus: Angeblich verschleimt sie den Körper”, berichtet die ‘Süddeutsche‘.

Nagut, könnte man sagen, sollen sie halt ihr Soja-Gebräu trinken. Immerhin ist es eigentlich ja nur ein genetischer Defekt, dass wir als Erwachsene Milch verdauen können, also die meisten jedenfalls. Eklig wirds wie so oft dann, wenn es Menschen aufdiktiert wird, die in dem Fall keine eigene, unabhängige Entscheidung treffen können. In diesem Fall: Kinder. Die ziehen nämlich tatsächlich wichtiges Eiweiß, Calcium und Jod aus der Milch. Das ist in Ersatzprodukten so gar nicht ausreichend drin.

Die Frage ist, was als nächstes kommt. Kein Rinder-Steak mehr, weil einem dann vielleicht Hörner wachsen könnten? Vermutlich kommen solche Schnapsideen letztlich von Leuten, die sich anschließend einen kräftigen Schluck Eigenurin hinter die Binde kippen und dem Körper damit den ganzen Abfall wieder zuführen, den er eigentlich loswerden wollte. Den komischen Geschmack bekommt man dann mit einem Soja-Latte ja wieder weg.

 

Also wer mal das volle Programm mitbekommen will, sollte sich folgende Sendung anschauen. Prof. Martin Lambeck, Physiker und Wissenschaftsrat bei der GWUP, begab sich in die Höhle des Löwen: Er ist Gast in einer Talkshow von Astro-TV in der es über den Maya-Kalender und 2012 geht. Da sitzen einige Esoteriker, die alle Register ziehen: Das geht vom wirr labern bis hin zum altbekannten Rückgriff auf die Unschärfe aus der Quantenphysik. Lambeck sagt denen im Grunde ganz gelassen, dass sie völligen Blödsinn erzählen und steht einfach drüber. Er erntet dafür das üblich glückseelige Lächeln. Ein kleiner Lichtblick ist da noch dieser Maya-Historiker, der mal ein anderes Bild von dem verbrämten Blick auf die Mayas bietet, aber sich wohl nicht ganz klar ist, womit er es bei der Sendung eigentlich zu tun hat.

Am besten ist echt der völlige Eso-Spinner: Das Fußball-WM-Endspiel 2006, die Welt zu Gast bei Freunden, war in einer Zeitkorrelation mit 1945. Deswegen war Deutschland Weltmeister der Herzen und nicht im Endspiel. Der redet die ganze Zeit völlig zusammenhanglosen Durchfall und bekommt vom Moderator darauf das Lob, dass er das alles so detailliert darstellt. Großes Kino. Leider fällt Lambeck dann doch noch ziemlich ab. Aber gut. Letztlich gehts wieder darum: Wir können im Grunde aufhören mit der Wissenschaft, weil alle Epochen vor uns eh viel schlauer waren als wir.

 

Wisst ihr eigentlich, warum Homöopathie doch eine voll tolle und wirksame Behandlungsmethode für Krankheiten ist? Weil: Es gibt ja auch überlichtschnelle Neutrinos!

Wegen der aktuellen Ergebnisse einiger Kernphysiker erklären da grad mal wieder die Esoteriker, dass sie Recht haben, weil die Naturwissenschaftler eben auch nicht alles wissen. Sie führen da an, dass sie die Wirksamkeit ja beobachten können, auch wenn es bisher kein wissenschaftliches Konzept gibt, mit dem das bestätigt werden kann. Das folgt in etwa der Logik, dass wir auch noch das wissenschaftliche Prinzip finden müssen, mit dem wir belegen können, dass die Erde eine Scheibe ist. Immerhin haben wir ja in der Regel flaches Land vor uns!

 

Falls jemand Ahnung und ein bisschen Zeit hat, könnte er ja vielleicht einem internationalen Wissenschaftler-Team helfen, den Fehler in ihrer Versuchsanordnung zu finden. Seit drei Jahren schicken sie nun immer wieder mal Neutrinos vom CERN in der Schweiz los, die dann im italienischen Gran Sasso empfangen werden. Das Problem: Die Dinger sind zu schnell.

Es geht hier um eine Strecke von rund 730 Kilometern. Und die Neutrinos kommen immer so 60 Nanosekunden zu früh an, erklärte Antonio Ereditato, Sprecher des Forscherteams, in einem für andere Verhältnisse angenehm unaufgeregten ‘Reuters‘-Beitrag. Das klingt nicht besonders viel. Aber hier geht es drum, dass die Neutrinos 60 Nanosekunden schneller da sind, als die Lichtgeschwindigkeit es zulassen würde. Und die ist ja laut Einstein die absolute Höchstgeschindigkeit.

“Wir haben großes Vertrauen in unsere Ergebnisse. Wir haben überprüft und wieder überprüft, was unsere Messungen gestört haben könnte, aber wir haben nichts gefunden”, so Ereditato. “Wir brauchen Kollegen, die das unabhängig nachprüfen.” Er wolle noch gar nicht darüber nachdenken, was es hieße, wenn die Messungen von anderen bestätigt würden.

Auch wenn der Reuters-Autor hier mal in einem Satz die Folgen der ganzen Geschichte für die Frage von Zeitreisen anreißt, muss man doch sagen: “Respekt!” Man kann also auch bei schwerwiegenden Fragen sachlich bleiben, während andere wegen Kleinigkeiten durchdrehen. Und falls nicht irgendwo der Schwachpunkt an dem Experiment gefunden wird und die Neutrinos tatsächlich schneller sind als vorgesehen: Dann muss halt Einstein hinterfragt werden. Kann passieren. Wir sind ja hier nicht beim Papst-Besuch.

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