Mal wieder was zum Staunen: Satelliten bieten weit mehr als nur den Blick aufs große Ganze. Hier mal Radar-Aufnahmen davon, wie sich der Hauptbahnhof in Berlin und einig andere Strukturen ausdehnen, wenn sie im Sommer warm werden. Mit besten Gedanken an meine legendäre Thermodynamik-Klausur bei Herrn Brenn in meiner Abi-Zeit (Insider so…) ;)

 

Es gibt mal wieder einen neuen Versuch, dem Yeti auf die Spur zu kommen. Also den ersten richtig wissenschaftlichen seit 1958. Dieser Tage will ein internationales Team aufbrechen und in Sibirien suchen. Da soll es in den letzten 20 Jahren einen statistischen Ausreißer in entsprechenden Berichten aus der Bevölkerung gegeben haben. Man will also mal schauen, ob da vielleicht doch irgendeine kleine Neandertaler-Population oder etwas in der Art bisher unentdeckt in abgelegenen Landen überlebt hat.

Klingt erstmal nach einem Projekt, in dem sich irgendwelche seltsamen Pseudowissenschaftler auf ein Hirngespinnst eingeschossen haben. Aber da sind Leute aus den USA, Kanada, Schweden, Estland, der Mongolei und China dabei, also siehts auf den ersten Blick nicht grad nach einem Däniken-Verlagsteam aus. Besonders gute Quellen waren grad nicht zu finden. Fox-News und so…hehe. Die BBC ist auch aufgesprungen. Aber das sagt ja auch noch nichts. Also mal gucken.

 

Aber damit mal klar wird, dass auch in der Wissenschaft nicht alles rosig läuft und da diverse Interessen und Befindlichkeiten dafür sorgen, dass einiges nicht vorankommt: Michael Khan hat mal zusammengefasst, was die ESA in ihren Marsmissionen und der Zusammenarbeit mit der NASA dabei ausbremst: “NASA-ESA-Mars-Kooperation besteht Stresstest nicht

Das zieht sich vom Kaninchenzüchterverein bis in höchste Wissenschftskreise durch. Der kann mit dem nicht. Und der will andre nicht mit ranlassen. Oh man. Wie nervig!

 

Archäologen sind offenbar nicht nur dafür gut, irgendwo in der Erde zu buddeln und uns dann neben einem Haufen Klamotten und verrostetem Zeug etwas mehr Einblick in die Geschichte zu bringen. Sie tragen in Gegenden, in denen es grad nicht so gut läuft, auch dazu bei, bei den Menschen vor Ort nicht ganz unwesentliche Dinge wie Selbstbewusstsein zu fördern und alte Gräben zu kitten.

Denn die deutschen Archäologen gälten als stabilisierender Faktor: Das Institut in Kairo bietet zahlreiche Jobs, bildet einheimische Fachkräfte aus und fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das ist an Ausgrabungsorten weltweit der Fall, doch gerade in Krisenregionen kann das DAI viel dazu beitragen, „Normalität herzustellen“, sagt DAI-Präsidentin Friederike Fless. Deshalb versuche man, nach gravierenden politischen Umbrüchen die Arbeit so schnell wie möglich wieder aufzunehmen.

Das berichtet der ‘Tagesspiegel‘. Mal wieder ein schöner Fall in Sachen “weg mit dem Elfenbeinturm”. Und auch gerade in Bezug auf die kolonialen Grabräubereien und Kunstdiebstahle ein guter Weg der Wiedergutmachung.

 

Herzlichen Glückwunsch an Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam G. Riess. Die drei Astronomen erhalten in diesem Jahr den Physik-Nobelpreis. Ihr Verdienst: Sie haben nicht einfach nur irgendwie diese Sache mit dem sich schneller ausdehnenden Universum entdeckt. Es geht weiter. Die Schlussfolgerung ihrer Arbeiten ist die Existenz dunkler Energie.

Dunkle Energie ;)

Deren Existenz muss angenommen werden, da allein die bekannte Materie und Energie sowie die dunkle Materie nicht ausreichen würden, um das Verhalten des Universums zu erklären. Und das Krasse: Dunkle Energie macht 70 Prozent von allem aus, was es im Universum gibt. Trotzdem weiß noch keiner, worum es sich konkret handelt. Weitere Erkenntnisse sollen in den kommenden Jahren einige Raumfahrt-Missionen bringen. Genauer erklärt das Florian Freistätter im Blog ‘Astrodicticum Simplex‘…der kann das viel besser als ich, aber der ist ja auch Astronom und nicht nur ein Schreiberling mit gesundem Halbwissen.

Und um mal einige Kollegen draußen richtigzustellen. Die Messungen in der Sache erfolgten nicht durch Beobachtungen von Supernovae gleich großer erlöschender Sterne. Das wäre zwar theoretisch möglich, aber praktisch kaum, da wir gar keine Sternenkarten haben, in denen gleich große Sterne in anderen Galaxien verzeichnet sind, die jetzt mal explodieren könnten. Vielmehr handelt es sich um “Supernova vom Typ Ia”. Das ist die Neuzündung eines schon lange erloschenen Weißen Zwergs, der sich von einem Nachbarstern Materie geklaut hat. Da die Zündung charakteristisch ist und immer bei gleicher Masseanhäufung erfolgt, kann die viel leichter beoachtet werden. Ich mein, Fehler kann man machen, aber vorher ein wenig nachdenken, hilft manchmal auch. ;)

 

Am Donnerstag fand ja die jährliche Verleihung der Ig-Nobelpreise statt. Dabei handelt es sich sozusagen um den Kuriositäten-Preis der Forschung. Und insbesondere jene, die meinen, Wissenschaftler seien trockene, kühle Leute, die wenig Sinn für Humor und Selbstironie haben, sollte sich die komplette Veranstaltung einmal ansehen.

Die Verleihung findet an der altehrwürdigen Harvard University statt. Überreicht werden die Preise jeweils von echten Nobelpreisträgern. Wie es sich gehört, ist die Auszeichnung in den verschiedenen Kategoerien eingebettet in ein buntes Rahmenprogramm, in dem viele Papierflugzeuge eine wichtige Rolle spielen, in einem kleinen Musical der Kaffee gewürdigt wird und man ein Date mit einem Nobelpreisträger gewinnen kann.

Jede dieser Veranstaltungen ist stets einer bestimmten Wissenschafts-Disziplin gewidmet. In diesem Jahr war es die Chemie. Das führt dann dazu, dass bei jeder Erwähnung des Wortes “Chemie” das Publikum jubelt. Hier mal die komplette Aufzeichnung der Veranstaltung (Wer sich die Spannung bewahren will sollte nicht tiefer scrollen, ansonsten im Anschluss eine Auflistung der vergebenen Preise):

Und das sind die Forschungsarbeiten oder Aktivitäten sowie die Preisträger der jeweiligen Disziplinen: Continue reading »

 

Kriminalität unter Jugendlichen nimmt zu, die Kids werden immer brutaler, ganz schlimm ist es bei den Migranten und den Leuten, die Gewaltfilme gucken und Killerspiele spielen. Kennt man ja. “Diese Aussagen sind alle falsch”, erklärt hingegen Dirk Baier vom Kriminologischen Institut Niedersachsen. Seit Jahren sind Fälle bei einer genauer Betrachtung rückläufig. Auch wenn man sich die einzelnen Bereiche ansieht. Lesenswerter Artikel vom Springer-Verlag. Also nicht Axel Springer, sondern der von der guten Seite der Macht. ;)

 

Bisher an mir vorübergegangen: Es gibt nun schon Spinner, die Milch für ganz doll schädlich halten: “Mit erstaunlicher Geschwindigkeit breitet sich derzeit eine Art Verschwörungstheorie gegen die Milch aus: Angeblich verschleimt sie den Körper”, berichtet die ‘Süddeutsche‘.

Nagut, könnte man sagen, sollen sie halt ihr Soja-Gebräu trinken. Immerhin ist es eigentlich ja nur ein genetischer Defekt, dass wir als Erwachsene Milch verdauen können, also die meisten jedenfalls. Eklig wirds wie so oft dann, wenn es Menschen aufdiktiert wird, die in dem Fall keine eigene, unabhängige Entscheidung treffen können. In diesem Fall: Kinder. Die ziehen nämlich tatsächlich wichtiges Eiweiß, Calcium und Jod aus der Milch. Das ist in Ersatzprodukten so gar nicht ausreichend drin.

Die Frage ist, was als nächstes kommt. Kein Rinder-Steak mehr, weil einem dann vielleicht Hörner wachsen könnten? Vermutlich kommen solche Schnapsideen letztlich von Leuten, die sich anschließend einen kräftigen Schluck Eigenurin hinter die Binde kippen und dem Körper damit den ganzen Abfall wieder zuführen, den er eigentlich loswerden wollte. Den komischen Geschmack bekommt man dann mit einem Soja-Latte ja wieder weg.

 

Wisst ihr eigentlich, warum Homöopathie doch eine voll tolle und wirksame Behandlungsmethode für Krankheiten ist? Weil: Es gibt ja auch überlichtschnelle Neutrinos!

Wegen der aktuellen Ergebnisse einiger Kernphysiker erklären da grad mal wieder die Esoteriker, dass sie Recht haben, weil die Naturwissenschaftler eben auch nicht alles wissen. Sie führen da an, dass sie die Wirksamkeit ja beobachten können, auch wenn es bisher kein wissenschaftliches Konzept gibt, mit dem das bestätigt werden kann. Das folgt in etwa der Logik, dass wir auch noch das wissenschaftliche Prinzip finden müssen, mit dem wir belegen können, dass die Erde eine Scheibe ist. Immerhin haben wir ja in der Regel flaches Land vor uns!

 

Falls jemand Ahnung und ein bisschen Zeit hat, könnte er ja vielleicht einem internationalen Wissenschaftler-Team helfen, den Fehler in ihrer Versuchsanordnung zu finden. Seit drei Jahren schicken sie nun immer wieder mal Neutrinos vom CERN in der Schweiz los, die dann im italienischen Gran Sasso empfangen werden. Das Problem: Die Dinger sind zu schnell.

Es geht hier um eine Strecke von rund 730 Kilometern. Und die Neutrinos kommen immer so 60 Nanosekunden zu früh an, erklärte Antonio Ereditato, Sprecher des Forscherteams, in einem für andere Verhältnisse angenehm unaufgeregten ‘Reuters‘-Beitrag. Das klingt nicht besonders viel. Aber hier geht es drum, dass die Neutrinos 60 Nanosekunden schneller da sind, als die Lichtgeschwindigkeit es zulassen würde. Und die ist ja laut Einstein die absolute Höchstgeschindigkeit.

“Wir haben großes Vertrauen in unsere Ergebnisse. Wir haben überprüft und wieder überprüft, was unsere Messungen gestört haben könnte, aber wir haben nichts gefunden”, so Ereditato. “Wir brauchen Kollegen, die das unabhängig nachprüfen.” Er wolle noch gar nicht darüber nachdenken, was es hieße, wenn die Messungen von anderen bestätigt würden.

Auch wenn der Reuters-Autor hier mal in einem Satz die Folgen der ganzen Geschichte für die Frage von Zeitreisen anreißt, muss man doch sagen: “Respekt!” Man kann also auch bei schwerwiegenden Fragen sachlich bleiben, während andere wegen Kleinigkeiten durchdrehen. Und falls nicht irgendwo der Schwachpunkt an dem Experiment gefunden wird und die Neutrinos tatsächlich schneller sind als vorgesehen: Dann muss halt Einstein hinterfragt werden. Kann passieren. Wir sind ja hier nicht beim Papst-Besuch.

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