Wie kann man die Evolution beschleunigen, wenn man noch nicht über die nötige Technik verügt? So:

Auf einem kleinen Acker tief im Bayerischen Wald vergrub Hans Steinhart einst Kartoffelknollen und säte Getreide. Was er erntete, waren Mutanten, genau wie er es erhofft hatte. Bevor er das Feld bestellte, war er zum Forschungsreaktor in Garching bei München gefahren und hatte das Saatgut in einer Tüte verpackt einige Minuten lang im bläulich schimmernden Reaktorbecken versenkt.

Da kam natürlich eine Menge Zeug bei raus, was erstmal über Rückkreuzungen auf ein Niveau gebracht werden musste, das langfristig nutzbar ist. Und heute liegt das im Bio-Laden.

Die pilzresistente Pfefferminz-Sorte “Todd’s Mitcham” ist ein Ergebnis der Zuchtversuche mit der Strahlenkanone. Nahezu die gesamte globale Pfefferminzölproduktion geht auf eine Mutante zurück. Auch die Grapefruitsorten “Star Ruby” und “Ruby Red”, die heute oft in Bioläden verkauft werden, sind Nachfahren aus Atomgärten. Fast die gesamte in Europa eingebrachte Gerstenernte trägt eines von zwei Genen, die vor Jahrzehnten durch Strahlen verändert wurden und dafür sorgen, dass die Ähren auf kürzeren und stabileren Stängeln wachsen.

Heute geht man anders vor. Es werden nicht mehr zufällig mit dem Holzhammer Gene verändert, sondern gezielt einzelne Veränderungen gefördert. Was ließe sich wohl erreichen, wenn man das nicht nur in die Hände finanzkräftiger Konzerne drängt, die sich eh nicht um ihr Ansehen scheren, sondern eine transparente Forschung stattfinden könnte? Das Schöne: Inzwischen braucht man für den ganzen Kram ja nicht mehr unbedingt superteure Labore. Also ist das auch Thema in der Hacker-Community geworden – Kohlenstoff statt Silizium also. Da gibt es einen prima CRE-Podcast zu: Biohacking. (Die Zitate oben: Süddeutsche)

 

Mal wieder ein schönes Beispiel für die Kategorie “Wissenschaftler kommen auf gar seltsame Ideen”: Heute geht es um Seife. Magnetische Seife. Diese wurde jetzt an der Universität Bristol entwickelt, indem man Eisenpartikel in einem Tensid löste. Da kommt man auf den ersten Blick auch erstmal nicht drauf, welchen Sinn Seife haben sollte, die man mit einem Magneten anziehen kann.

Aber den gibt es dann durchaus, und die Sache könnte sogar ziemlich wichtig werden. Dabei geht es nicht ums Händewaschen oder so, aber im Prinzip doch um den gleichen Effekt. In Wasser gelöste Tenside interagieren ja schließlich mit Fetten, weshalb das alte Öl aus der Pfanne mit Spülmittel wesentlich besser rausgeht.

Ein Tropfen Seifenlösung wird vom Magneten angezogen

Im größeren Umfang könnte man genauso gut bei Ölkatastrophen größere Mengen Tenside ins Meer kippen. Dann hätte man zwar keinen Ölteppich mehr, aber riesige Mengen auch nicht gerade gesünderes Seifendreckwasser. Daher macht man das bisher nicht. Die neue Entwicklung ließe sich dann aber einsetzen, um den ganzen Kram dann mit einem Elektromagneten so zu konzentrieren, dass er sich leichter entfernen lässt.

Und der Effekt ist sogar ziemlich stark: “Nach Einführung des Magneten überwand die eisenreiche Seife sowohl die Schwerkraft als auch die Oberflächenspannung zwischen Wasser und Öl, schwebte frei durch die organische Lösung, erreichte die Quelle der magnetischen Energie und bewies damit ihre magnetischen Eigenschaften.”

 

Christian Reinboth von den ScienceBlogs hat eine Stellungnahme des Vereins Sternwarte Sankt Andreasberg veröffentlicht (und dran mitgeschrieben). Der Hobbyastronomenverein nutzt die Gegend im Harz, um sich den Sternhimmel anzusehen. Die so genannte Lichtverschmutzung ist dort relativ gering und man hat einen guten Blick auf den Nachthimmel.

Sogar der Bau einer richtigen Sternwarte ist geplant. So ein Projekt von Amateuren, abseits der ganz gut ausgelasteten und vergleichsweise straff organsierten wissenschaftlichen Einrichtungen, ist gut geeignet, mehr Menschen an das Thema heranzuführen. Insbesondere Jugendliche, bei denen es gerade angesichts der gesellschaftichen und medialen Entwicklung wichtig ist, sie für Naturwissenschaften zu begeistern.

Jetzt droht allerdings Ungemach. In der Nähe soll eine Skianlage gebaut werden – die auch Nachts nutzbar sein soll. Dafür sollen zahlreiche Flutlichtmasten sorgen. Das würde den Himmel letztlich wohl gewaltig eintrüben und etwas selten gewordenes verändern:

Die Gegend zwischen Sankt Andreasberg, Braunlage, Sorge und Elend gehört zu den wenigen Arealen in Deutschland, in denen noch nahezu natürlich dunkle Nachtverhältnisse vorherrschen…Bei guten Beobachtungsverhältnissen ist es hier sogar möglich, nicht nur die Milchstraße, sondern auch das Zodiakallicht mit bloßem Auge wahrzunehmen. Damit besteht für die Gegend die Chance, von der International Dark Sky Association (IDA), einer international tätigen Organisation zur Förderung der Astronomie, die sich für den Schutz von Orten mit guten Beobachtungsbedingungen weltweit einsetzt, zu einem „Dark Sky Park” – einem sogenannten Sternenpark – zertifiziert zu werden.

Von diesen Sternenparks gibt es in Europa nur vier Stück, in Deutschland keinen einzigen. Der Verein will deshalb gegen den Bau der Skianlage kämpfen. Denn – neben der bereits genannten Vorteile und dem Nutzen des Projekts für einen sanften Tourismus in der Region – nennt Christian einen weiteren nicht ganz unwesentlichen Aspekt: “Natürlich haben auch Hobby-Astronomen – genau wie alle Fußballer, Sportschützen und Mountainbiker auch – das Recht, sich dafür einzusetzen, dass man es ihnen die Ausübung ihres Hobbys nicht erschwert oder sogar unmöglich macht.” Genau!

 

An dieser Stelle meinerseits auch noch mal eine Wortmeldung zu diesem Wochenende, das ja von der “Grünen Woche” mitgeprägt war. Nun, ich war nicht da, obwohl sie neben den Wein- und Sonstwas-Proben vielleicht auch Interessantes verspricht. Aber worum es mir eigentlich geht, ist diese Demo, die anlässlich der Messe stattfand: Unter dem Slogan “Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie!” gingen gestern rund 20.000 Leute auf die Straße.

Ich finde diese Veranstaltung – gelinde gesagt – höchst seltsam. Immerhin steckt hinter diesem Motto doch nichts anderes, als das man angesichts einiger mit Sicherheit zu kritisierenden Zustände die romantisierte Vorstellung eines Landlebens aus der Bärenmarke-Werbung zum Erstrebenswerten erhebt. Die Realität ist allerdings, wie so oft, ein wenig komplexer. Continue reading »

 

Ich möchte an dieser Stelle kurz mal etwas zu einer Sache sagen, die sich mir noch nicht vollständig erschlossen hat, bei der ich aber von den Prinzipien her inzwischen eine andere Einordnung vornehme, als noch vor einiger Zeit. Es geht um die Meldungen der letzten Tage, dass BASF seine gentechnische Forschung in Europa weitestgehend einstellt und in die USA verlagert.

Hier sind meines Erachtens nach zwei nicht hinzunehmende Positionen aneinandergeraten, um die es im konkreten Fall vielleicht gar nicht ging: Einerseits die kommerzielle Verwertung von wissenschaftlichen Prozessen, teils auch ohne Rücksicht auf Verluste. Andererseits ein unwissenschaftlicher Kampf gegen Dinge, die einfach in einen Topf geworfen werden, weil sie einer Richtung angehören – ohne Rücksicht auf wissenschaftliche Methoden und mit quasi mit einer religiösen Tendenz.

Der Kritik an kommerzieller Gentechnologie ist hierzulande schon viel gesagt worden. Daher will ich darauf gar nicht weiter eingehen. Es geht mir eher um die andere Seite. Inzwischen haben wir es mit einer Situation zu tun in der offenbar eine Forschung in dem Bereich automatisch mit dem Prädikat “böse” behaftet ist. Eine Differenzierung findet kaum statt.

Letztlich bleibt dabei der schale Beigeschmack, dass hier keine andere Denke dahinter steht, als jener, dass Moslems allesamt Fundamentalisten und nur mit Argwohn zu beobachten sind. Auf der einen Seite gehen also hochgebildete Leute mit Migrationshintergrund lieber in Länder ihrer Eltern oder Großeltern, die sie praktisch nur aus dem Urlaub kennen, weil sie den alltäglichen Rassismus nicht mehr erleben wollen.

Und fähige Biologen suchen ihr Heil auf der anderen Seite des Atlantiks. Weil hier eine fundamentalistische Lobby öffentlich soweit Front gegen Wissenschaft macht, bis daraus Leute hervorgehen, die gewalttätig gegen Forschungsanlagen vorgehen. Das ist, ehrlich gesagt, nicht das, was ich will. Da ich aber selbst nicht tief genug in der Sache drinstecke, hier noch einige Links zur weiteren Beschäftigung:

 

An dieser Stelle ein wichtiger Hinweis. Im letzten Jahr lief der Film “Die Mondverschwörung” in einigen kleinen, ausgewählten Programmkinos. So ist das halt. Die wirklich guten, wichtigen Sachen, kommen nicht in die Mainstream-Welt. Und dieser Film ist äußerst empfehlenswert. Ich hatte das Glück, ihn bereits im Kino zu sehen und war sehr beeindruckt.

Denn dieser Film zeigt, was Esoterik wirklich ist. Er tut dies nicht mit erhobenem Zeigefinger oder einer teils durchaus ja auch anzutreffenden Überheblichkeit. Er nähert sich dem Phänomen mit kleinen, naiv wirkenden Fragen. Und auf diesem Weg gelingt es erst einmal, die absurde Banalität des beobachteten Objekts darzulegen. Dabei bleibt kein Auge trocken. Doch letztlich bleibt dem Beobachter das Lachen im Halse stecken…

Jetzt wird an der Veröffentlichung auf DVD gearbeitet. Mit vielseitigem Bonus-Material. Und da es sich um ein kleines Independent-Projekt handelt, ist natürlich die Finanzierung nicht einfach so zu stemmen. Deshalb habt ihr hier die Chance, die DVD vorzubestellen und dabei noch einige Zugaben mitzunehmen: Zum normalen Preis von 20 Euro gibt es signierte Fassungen, ihr könnt aber auch Premium-Sponsor werden und dafür Original-Requisiten aus dem Film erhalten. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Und für alle, die noch nicht genug davon haben: Der vorherige Film von Dennis R. D. Mascarenas, “Deckname Dennis” in dem er die “verborgene Schichten der deutschen Volksseele” betrachtete, gibt es online zu kaufen – auf einem Weg, der für die großen Film-Verleiher mal ein Vorbild ist: Bei OnlineFilm einfach so gegen kleines Geld zum Download. Hab ich gleich mal geklickt und werd ihn mir jetzt ansehen.

 

Na nun wird’s bunt. Oder hell. Je nachdem. Zumindest gibt es da einen italienischen Mathematiker, der meint, die Galaxien-Rotation könnte vielleicht doch ohne dunkle Materie erklärt werden. Er liefert da auch gleich komplizierte Formeln mit, die ungefähr zum gleichen Ergebnis kommen, wie die Beobachtungen. Mangels Kenntnissen in höherer Mathematik (zumindest auf dieser Höhe) kann ich das nicht im Detail nachvollziehen.

Nun ja, vielleicht geht es ja doch ohne dunkle Materie, die ja ohnehin nur als Annahme existiert – so als Konstrukt, weil das uns bekannte Universum anders funktioniert, als es dürfte. Trotzdem sollte man da erstmal skeptisch bleiben, bis sich da mal ein paar mehr Leute mit Ahnung zu der Sache äußern.

Aber die Gelegenheit ist ja zumindest günstig, mal etwas dazu zu sagen, warum man überhaupt die Existenz der dunklen Materie annimmt. Continue reading »

 

Wenn euch immer noch ein Rätsel ist, was die Leute am CERN ind Genf mit ihrem Teilchenbeschleuniger eigentlich wirklich tun, dann bekommt ihr das hier von Boris Lemmer auf höchst amüsante Art erklärt. Mit dem Vortrag gewann er immerhin den ScienceSlam 2011. Aber auch die anderen Beiträge dort sind wirklich sehenswert.

 

Ein prima Video, um mal einen Eindruck davon zu bekommen, wie es sich mit den Größenverhältnissen so verhält. In diesem Sinne unterstütze ich vollständig die Forderung einer ganzen Reihe von Wissenschaftlern, dass Astronomie zum Pflichtfach an Schulen wird. Nicht etwa, damit irgendein Freak-Wissen irgendwie mit dabei ist, sondern weil die menschliche Hybris auf diese Weise doch stark geerdet wird.

Das ganze endet leider unkommentiert in der Supernova unserer Sonne, wo diese dann so groß wird, dass die Erdumlaufbahn in ihr liegt. Aber keine Panik, das passiert nicht 2012, sondern erst so in einigen Milliarden Jahren. ;)

 

Es gibt ja verschiedene nette Google Maps-Mashups. Hier mal ein besonderes Leckerchen für Karten-Fans: Eine Echtzeit-Karte, wo gerade irgendwo auf der Erde Erdbeben gemessen werden und wie stark die sind. Aktuell wackelt es beispielsweise in Kalifornien überall ein bisschen:

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