Was wir als normale Leute aus Horrorfilmen kennen, ist in der Natur durchaus Realität: Zombies sind im kleinen Format in einigen Regionen der Welt vertreten. Für Ameisen beispielsweise, wären Serien wie “The Walking Dead” eher überspitzte Realität als reine, schaurige Fiktion.

Bei diesen gibt es beispielsweise Pilze, die ungefähr so wirken, wie die Viren in Zombie-Filmen. Sie infizieren ein Tier und programmieren dessen Gehirn um. Das Opfer zieht dann zwar nicht los und frisst Artangehörige, aber zumindest schafft es der Parasit, dass sein Träger einen hohen Grashalm sucht, von dem aus die Sporen möglichst gut auf weitere Ameisen verteilt werden. Das bringt vielleicht eine Idee, mit der mal Abwechslung in die typischen Filme dieser Richtung gebracht werden könnte.

(Bild und Bericht beim ‘Smithsonian Magazine‘)

 

Nicht mehr taufrisch, aber dafür umso beeindruckender: Paul Nicklen, der für ‘National Geographic’ als Fotograf in allen Ecken der Welt unterwegs ist, war 2007 in der Antarktis. Dort fotografierte er einen Seeleoparden.

Das sind nicht gerade einfache Raubtiere. Es kam schon vor, dass sie aus ihrer Unterwasser-Perspektive einen Forscher am Ufer mit einem Pinguin verwechselten und annahmen, ein Beutetier vor sich zu haben. Und so ein Angriff eines bis zu drei Meter langen und 400 Kilogramm schweren Tieres ist dann nicht gerade ungefährlich. Einmal gab es auch einen Todesfall.

Gegenüber Tauchern sind die Tiere aber in der Regel eher neugierig. Aber auch nur Untersuchungsobjekt eines solchen Riesen zu sein, ist vermutlich nichts, was man wohlig genießen kann. In dem Fall, den Nicklen erlebte, ging der Seeleopard aber wohl eher davon aus, dass es sich bei dem Fotografen um ein schützenswertes, schwaches Ding handelt, das sich nicht schnell genug im Wasser bewegen kann, um selbst Pinguine zu fangen. Also erledigte das Tier das und versuchte die Beute seinem Schutzbefohlenen in den Mund (in Wirklichkeit das Kamera-Objektiv) zu stopfen.

 

An dieser Stelle mal eine kleine Erläuterung, was das öffentliche Streaming der Sitzungen von kommunalen Gremien angeht. Das ist keinesfalls eine Erfindung der Piraten, auch wenn diese das aktuell am stärksten fördern und umsetzen. Und es ist auch keineswegs so, dass ohnehin niemand zusehen mag, was eine Bezirksverordnetenversammlung, ein Stadtrat oder ein Gemeinderat so tut.

Ich komme ursprünglich aus einem Dorf im südlichen Brandenburg. Das heißt Neupetershain und hat derzeit mit allem Drum und Dran so etwa 1.400 Einwohner. Bei uns gründete sich Mitte der 1990er Jahre ein Verein, der sich eine lokale Kabellizenz besorgte und darauf einen eigenen Fernsehsender betrieb: Den “NIK Neupetershainer Informations & Kulturkanal“.

Schon 1995 ging es los. Einer der festen Sendepunkte war immer die Tagung des Gemeinderates. Diese wurde live übertragen. Aber nicht nur das. Beim Tagesordnungspunkt “Bürgersprechstunde” konnte man einfach anrufen und seine Probleme oder Meinungen vortragen und das kleine Dorfparlament nahm direkt darauf Bezug. Ich kenne zwar keine Zahlen, was die Einschaltquoten angeht, aber die können so niedrig nicht gewesen sein. Denn am nächsten Tag war das nicht weniger Gesprächsthema im Ort, als es heute bei großen Talkshows der Fall ist. Ich finde, da sollten sich einige Gremien mal ein Beispiel dran nehmen.

 

Selbst das gerade in München gestarteten Oktoberfest kann die Wissenschaft nicht einfach mal so links liegen lassen. So haben sich gerade mal Ökonomen von der Investmentbank UBS inspirieren lassen und sind der Frage nachgegangen, welches Völkchen auf der Welt denn eigentlich am günstigsten an sein Bier kommt. Und klarer Sieger ist hier die USA. Gut, könnte man jetzt sagen, für die dort zumeist erhältliche Brühe wird auch niemand viel ausgeben. Aber das tut der doch auch der in den USA sehr verbeiteten Szene der Kleinbrauereien, die allerlei Leckeres zaubern, doch auch wieder Unrecht.

Die beiden folgenden Plätze verwundern eigentlich wenig: Tschechien und Deutschland liegen hier fast gleichauf. Hierzulande, wo der Jahresverbrauch im Bevölkerungsdurchschnitt bei gut 100 Litern liegt, spielt vermutlich auch der Mengenrabatt eine Rolle. Am schlimmsten trifft es die Inder. Auf dem Subkontinent ist Bier etwa zehnmal teurer als in den USA.

Aber keine Sorge. Wer als Bierfreund einmal Urlaub in Indien machen will, muss keine Sorge haben, arm zu werden. Der Berechnung liegt der durchschnittliche Verkaufspreis im Verhältnis zum Durchschnittseinkommen zugrunde. Es geht also darum, wie lange man quasi arbeiten muss, um sich einen halben Liter Bier leisten zu können. In den USA sind das etwa 6 Minute, hierzulande ungefähr 7. Der durchschnittliche Inder muss hingegen schonmal fast eine Stunde malochen, um sich überhaut ein Feierabendbier leisten zu können. Das sagt eigentlich mehr über die Einkommensverhältnisse, als über den eigentlichen Bierpreis aus – der ist in Indien nämlich ein gutes Stück niedriger als in Deutschland.

 

Staatenbildende Insekten sind faszinierend. Superorganismen, in denen das einzelne Individuum wenig zählt, die Kolonie aber alles. Ich bin in der letzten Zeit über Bienen zu Ameisen gekommen und schwer beeindruckt. Mit absoluter Präzision nimmt in den Völkern jedes Tier seine Rolle ein zum Wohle des Ganzen.

Eine der – nach menschlichen Maßstäben – wohl abgefahrendsten Verhaltensweisen wurde nun bei einer neu entdeckten Termiten-Art in Französisch Guiana beobachtet. Die Arbeiterinnen der Neocapritermes taracua tragen auch im hohen Alter, wenn sie nicht mehr ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können und ohnehin bald sterben, etwas zum Erhalt des Staates bei.

Im Laufe ihres Lebens sammeln sie in ihren Körpern eine Substanz aus blauen Kristallen an – eine Chemikalie mit Kupfer-Anteilen. Wird die Kolonie angegriffen, stehen diese Termiten dann in der ersten Verteidigungsreihe. Wagt es ein Angreifer, sie zu beißen, wird die Substanz, die in einer Zwei-Komponenten-Reaktion mit anderen Ausscheidungen zum tödlichen Gift wird, freigesetzt. Die Abwehr von Feinden funktioniert hier also vor allem durch selbstmörderische Rentner. Im Gegensatz zu Bienen, die nach dem Stich auch sterben, trifft es hier die Mitglieder des Staates, die ohnehin nicht mehr den größten Beitrag sonst liefern können.

Um aber noch einmal zu den Ameisen zurückzukommen: Es gibt da eine wunderbare Doku, die sehr sehenswert ist:

(Quelle: Nature)

 

An dieser Stelle mal ganz großen Respekt an den Nachwuchs. Brittany Wenger aus Florida hat beim “Google Science Fair” faktisch alles andere locker weggefegt und den ersten Platz belegt. Und das passt gerade alles: Eine junge Frau, sie ist erst 17, zeigt mit Hilfe ihrer Kenntnisse über Software-Entwicklung mal eben der medizinischen Forschung, was man so besser machen kann.

Ihr Projekt: Brittany hat auf Grundlage der Erkenntnisse der Informatik über neuronale Netze eine künstliche Intelligenz entwickelt, mit der sie die Analysedaten aus der Brustkrebserkennung fütterte. Ihre Software konnte dazulernen und schaffte es letztlich, korrekter vorherzusagen, ob eine Erkrankung vorliegt oder nicht, als der Test bisher. Die Genauigkeit liegt bei ihr inzwischen bei nur einigen hundert Proben bei 99,11 Prozent. Die Software hat sie nun öffentich bereitgestellt und hofft, mit der Übermittlung von mehr Ergebnissen, zu noch besseren Analysen zu kommen.

 

Die Erdbeobachtungs-Satelliten des Landsat-Programms sind nun 40 Jahre im All und fotografieren die Erde. Bei Google hat man sich mal hingesetzt, und die einzelnen Aufnahmen zu Zeitraffer-Filmen zusammengesetzt. Das ist schon eindrucksvoll: Man sieht wie Städte wie Las Vegas wachsen und dabei der Umgebung das Wasser entziehen und wie der Aralsee in Russland oder die Regenwälder sich auflösen. Leider gibt es nur Bildmaterial über zehn Jahre hinweg, aber auch das ist allein schon krass:

 

In Sachen Kernenergie bin ich ja schon Fundamentalist. Das ist meiner Ansicht nach nichts Gutes. Aus diversen Gründen. Aber ich finde es prima, dass die AG Nuklearia der Piratenpartei sich da mal Gedanken macht. Die Gruppe ist der Energiegewinung aus “Atomstrom” nicht ganz abgeneigt und sie haben einige wohl ganz kluge Ideen, unter anderem, wie man mit Atommüll umgeht.

 

Arachnophobie, also die Angst vor Spinnen, kann bei den meisten Betroffenen binnen weniger Stunden geheilt werden. Das zeigt die Praxis mit einer Therapie an der Northwestern University Feinberg School of Medicine. Der Knackpunkt dabei ist die Vermittlung von Wissen über die Tiere sowie die praktische Erfahrung, berichtet ‘Scientific American‘.

Den Betroffenen wird vermittelt, wie Spinnen so ticken und dabei werden sie Schritt für Schritt an sie herangeführt. Erst immer ein Stück weiter an das Terrarium, dann Berührung mit einer Zahnbürste, anfassen mit Handschuh und dann der direkte Kontakt. Die Hirnregionen, die dabei anfangs vor Angst losfeuerten, bleiben dann auch Monate später noch ruhig. Und hier handelt es sich nicht um Leute, die Spinnen einfach etwas eklig finden und ihnen aus dem Weg gehen, sondern um solche, die aus lauter Angst keine Wiese betreten oder tagelang ihre Wohnung verlassen, wenn da eine Spinne auftaucht.

(Foto: M. Dolly / Flickr)

 

Die Leute am European Southern Oberservatory (ESO) haben entdeckt, dass es auf der Erde Leben gibt. Klingt komisch, ist aber so. Diese Glanztat ist ihnen mit dem Very Large Telescope vom Paranal-Observatorium gelungen, das in Chile auf einem Anden-Hochplateau steht. Und wie es sich für richtige Science-Nerds gehört, haben sie nicht einfach die Tür aufgemacht und rausgesehen. Das wäre zu unsicher gewesen, schließlich sind sie da in der Wüste. Sie kamen stattdessen auf die Idee, einen kleinen Umweg über den Mond zu nehmen.

Klingt alles seltsam, hat aber wie so einiges, dass im Wissenschaftumfeld komisch wirkt, durchaus seinen Sinn. Es geht darum, nach Methoden zu suchen, mit denen sich auch auf Planeten, die in anderen Sonnensystemen liegen, darauf untersuchen lassen, ob es auf ihnen Leben gibt. “Ein Teil des Sonnenlichts, mit dem die Erde beleuchtet wird, wird zurück ins Weltall reflektiert und trifft auf den Mond. Die Mondoberfläche wirkt dann wie ein riesiger Spiegel, der das Licht wieder zurück in unsere Richtung wirft. Dieses schwache Licht haben wir mit dem VLT untersucht”, erklärte Michael Sterzik von der ESO.

In dem schwachen Restlicht wird nach so genannten Biosignaturen gesucht. Denn komplexe organische Verbindungen hinterlassen im Licht ihre Fingerabdrücke. Und die will man auch im Licht von Exo-Planeten suchen, die von ihrem Stern angestrahlt werden. Und bei der Analyse des schwachen Restlichts, das erst auf die Erde, dann auf den Mond und dann ins Teleskop fällt, konnte man immerhin schon erkennen, dass es Ozeane gibt und wie dicht die Wolkendecke gerade ist. Insofern: Wenn ihr mitbekommt, dass Wissenschaftler irgendwas total seltsames tun, besser erstmal nachfragen, bevor man sie einweist. ;)

(Bild: ESO/L. Calçada)

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