Der Urlaub ist vorbei und die angestauten Aufgaben sind soweit durch und es ist einiges passiert. Auf Einiges muss ich ja nun nicht mehr eingehen…oder eben später. Je Nachdem. Immerhin gab es offenbar genug, das folgende Meldung eher für weniger Empörung bei den üblichen Verdächtigen sorgte: Eine Qualle aus Silikonfolie und Zellen aus einem Rattenherz nachbauen.

Genetisch ist es eine Ratte, ansonsten in vielen Belangen eine Qualle. Wissen die beteiligten Wissenschaftler zu berichten. Die Erkenntnisse sollen helfen, eines Tages nach dem gleichen Prinzip bessere künstliche Herzklappen zu bauen. Sieht zumindest cool aus:

 

Die Leute von der Harvard University können mal wieder mit einer echt coolen Erfindung aufwarten. Es geht um Materialforschung – genauer um Materialien für Oberflächen. Die haben jetzt etwas extrem rutschiges gefunden. In erster Linie geht es darum, dass man zu schmutzabweisenden Flächen kommt, an denen sich Dreck erst gar nicht festsetzen kann.

Allerdings denken sie da durchaus auch im praktischen Sinne weiter. Denn auch die Professorin Joanna Aizenberg kennt das Problem, dass man nie den letzten Rest Ketchup aus der Flasche bekommt. “Wenn wir ein Material wie unseres im Inneren der Flasche einsetzen, wäre es möglich, alles rauszubekommen”, sagt sie und räumt allerdings auch ein, dass der Haken an der Sache ist, dass der Inhalt auch deutlich schneller als gewohnt rausfließt.

Inspiriert wurden sie bei der Forschung von fleischfressenden Pflanzen, die in ihren Fängerkelchen ebenfalls eine ziemlich wenig haftende Oberfläche haben. Selbst Insekten, die normalerweise problemlos an Glasflächen hochlaufen, finden da keinen Halt und rutschen einfach in ihr Verderben. Der ‘Telegraph‘ hat da mal ein Video zur Demonstration des neuen Materials:

 

Auf sowas konnten im Grunde ja nun wahrlich nur die Tee trinkenden Briten kommen: Kaffee als Treibstoff für Autos. Nicht solch ein Kaffee, der uns am Morgen antreibt. Klar. Die setzen Kaffeebohnen ein, die durch einen Vergasungs-Prozess gehen und dann den Motor antreiben.

Das Prinzip ist ja auch schon länger bekannt. Wegen Ölmangels in Deutschland wurden im 2. Weltkrieg ja auch Fahrzeuge mit Holzvergaser betrieben. Der Geschwindigkeitsrekord mit solch einem Antrieb, in dem Holzpalletts zum Einsatz kommen, liegt bei rund 75 km/h und wird von zwei US-Amerikanern gehalten. Der Brite erreichte mit seinem Coffee Car nun allerdings einen neuen Rekord von 107 km/h. Aber hätte man sich ja vorher denken können, dass Kaffee bedeutend mehr Power bringt als Holz. ;)

 

IBM hatte ja mit seinem Rechner namens “Watson” kürzlich für Aufsehen gesorgt. Das Gerät gewann mal eben gegen die Jeopardy-Champions. Schachcomputer sind da relativ trivial gegen – also zumindest aus Sicht dessen, wie man Aufgaben mit Computern berechnen kann. Jetzt geht es für das dahinterstehende System also in die praktische Welt raus, wo es wirklich um was geht. Watson soll zukünftig in der Medizin assistieren.

Immer wieder kommt es immerhin vor, dass Ärzte von äußeren Faktoren beeinflussen lassen – wie beispielsweise, dass eine Erkrankung zu einem bestimmten Zeitpunkt ohnehin häufig auftritt. Ähnliche Anzeichen bei anderen Patienten werden dann unabsichtlich schnell einmal in die gleiche Schublade gesteckt. Möglich ist auch, dass ein spezialisierter Arzt weniger bekannte Krankheiten aus einem anderen Bereich kaum kennt und daher nicht als Diagnose-Möglichkeit in Betracht zieht.

Soweit spannend. Eingekauft wurde das allerdings von einer Versicherung, die so die Kosten für Therapien nach falschen Diagnosen reduzieren will. Naja, hat halt vieles so seinen Haken.

Aber der Rechner ist echt beeindruckend. Er kann immerhin 200 Millionen Seiten an Inhalten binnen nur drei Sekunden analysieren und je nach Bedarf auf passende Fragestellungen antworten. Hier daher nochmal live seinen Auftritt in der Quiz-Show:

 

Es war einer der Momente, die für mich wirklich atemberaubend waren: Mitten in einer Zeit gedrückter Stimmung, angespannter Unruhe und nasskaltem Wetter stieg ich aus der U-Bahn und stand vor einem riesigen Display, auf dem ein schlagendes Herz über die Stadt strahlte. Berlin. Alexanderplatz.

Am 11. September 2001 startete das Projekt Blinkenlights. Das Haus des Lehrers war zur Sanierung leer gezogen und der Chaos Computer Club feierte im nebenstehenden Congress Centrum seinen 20. Geburtstag. Einige Leute hatten also die Idee, die Fassade nebenan in einen Monitor zu verwandeln. In den folgenden Monaten spielten hier Leute über ihr Handy “Pong”, entwarfen eigene Animationen oder erfreuten sich einfach an dem, was da so passierte. Es war großartig!

Blinkenlights Berlin Documentation Video from Tim Pritlove on Vimeo.

Wer mehr über die Hintergründe, den Umgang mit dem letztlich unglücklichen Starttermin und den folgenden Blinkenlights in Paris und Toronto erfahren will, dem sei die entsprechende Ausgabe des Küchenradio-Podcasts mit Tim Pritlove, einem der führenden Köpfe hinter dem Projekt, empfohlen.

 

An dieser Stelle kommt keine Boulevard-Geschichte, sondern eine Empfehlung. Jörg Kachelmann liefert Wetterberichte auf YouTube, aber nicht nur das. Es kommen immer wieder auch Hintergrundgeschichten – Wissenschaft erklärt sozusagen. Ruhig mal anschauen, da werdet ihr nicht dümmer von.

 

Die ESA ist mal wieder ganz groß. Die Kamera für die Gaia-Mission ist fertig. Wenn diese erfolgreich ist, erhalten wir ein dreidimensionales Foto der Milchstraße. Und das wird wohl alles übertreffen, was wir bisher an Bildern aus dem All bekommen haben: Das menschliche Auge kann immerhin einige tausend Sterne am Himmel sehen. Gaia hingegen ist so lichtsensibel, dass es einige Milliarden Aufnehmen kann.

106 Bildsensoren wurden jetzt fertig zusammengesetzt. Zusammen bringen sie es auf eine Auflösung von einem rund Gigapixel. Gaia soll 2013 zur seinem “Aussichtspunkt” fliegen. Dabei handelt es sich um den L2 Lagrange-Punkt. Von der Sonne aus gesehen also eine Region rund 1,5 Millionen Kilometer hinter der Erde, wo sich die umliegenden Gravitationskräfte sich ausgleichen.

 

Die praktische Forschung bringt ja immer wieder tolle Sachen hervor. Aktuell wurde von zwei Sachen berichtet:

Einmal haben Leute an der University of Georgia eine Imprägnierung für Kleidung gemixt. Diese soll dafür sorgen, dass sich in dem Gewebe keine Mikroorganismen mehr vermehren können. Eigentlich gedacht für die Anwendung im medizinischen Bereich. Aber das würde ja im Sommer auch ganz gut verhindern, dass man nach einem Tag im heißen Büro komisch riecht. Das Zeug soll auch nach mehrmaligem Waschen noch wirksam sein. (BBC)

Die zweite Sache ist ein Osmose-Beutel, der während der aktuellen Shuttle-Mission getestet werden soll. Bei dem System pinkelt man in den inneren Beutel, der gleichzeitig die Membran darstellt. Durch die sickert dann nur das Gute im Urin und nach ein paar Stunden soll im äußeren Beutel ein fertiger isotonischer Durstlöscher zur Verfügung stehen. (Wired)

 

Ich finde 3D-Drucker ja schon länger eine großartige Sache. Und wie es halt so ist, kommt irgendwann immer jemand daher, und kann noch einen draufsetzen. Der gute Mann heißt Markus Kayser. Er hat einen 3D-Drucker gebaut, der mit Sonnenlicht arbeitet.

Die Steuerung wird über Solarpanele mit Strom versorgt. Eine große Linse bringt die Energie für den Druckprozess. Das gebündelte Licht erzeugt dabei Temperaturen, mit denen Sandkörner zusammengeschmolzen werden können. Mit dem Gerät hat Kayser dann mal in der ägyptischen Wüste Steinschalen und komische Dinge gedruckt.

Markus Kayser – Solar Sinter Project from Markus Kayser on Vimeo.

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